Rund 100 Teilnehmer am ersten Tag in Latsch

CHRIS Covid-19-Studie gestartet: “Wichtig, dass viele Menschen teilnehmen”

Dienstag, 14. Juli 2020 | 11:03 Uhr

Bozen – Die CHRIS Covid-19-Studie untersucht in Südtirol Mechanismen der Infektion, Erkrankungsrisiko, Langzeitfolgen, Immunitätsdauer. Rund 1.400 Menschen sollen es in den kommenden zwei Wochen im Vinschgau werden, um den Grundstein für die langfristige Erforschung von Covid-19 in Südtirol legen zu können – gestern, am ersten Tag der Studie, waren es rund 100 Vinschgauer, die der Einladung von Eurac Research und Südtiroler Sanitätsbetrieb gefolgt sind. Mit der CHRIS Covid-19-Studie wollen die Forscher neben den derzeit südtirolweit durchgeführten epidemiologischen Momentaufnahmen eine vertiefende Studie mit den Teilnehmern der CHRIS-Studie im Vinschgau zu folgenden Fragen durchführen: Warum sind im Vergleich zu den anderen Bezirken Südtirols im Vinschgau außergewöhnlich wenige Fälle gemeldet worden? Unter welchen Bedingungen sind Menschen anfälliger für eine Erkrankung? Wie überträgt sich das Virus innerhalb einer Familie? Wie schnell infizieren sich Menschen neu? Wie lange ist man nach einer durchgemachten Erkrankung immun, gibt es Reinfektionen und wie wirkt sich die Krankheit langfristig auf den Gesundheitszustand aus?

Die weltweite Corona-Pandemie hat uns in kürzester Zeit in eine kaum vorstellbare Ausnahmesituation gebracht. Maßnahmen wie der Lockdown haben uns gezeigt, welch drastische Auswirkungen die Verbreitung eines neuartigen Virus auf uns haben kann. Daher ist es entscheidend, so rasch wie möglich fundierte wissenschaftliche Erkenntisse über das Virus und die Mechanismen der Covid-19-Erkrankung zu gewinnen, um in Zukunft geeignete Maßnahmen treffen zu können. „Jede wissenschaftliche Erkenntnis kann entscheidend sein, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu stoppen. Daher ist außerordentlich wichtig, dass so viele Menschen wie möglich an der Studie teilnehmen“, unterstreicht Peter Pramstaller, Leiter des Instituts für Biomedizin von Eurac Research, das die CHRIS Covid-19-Studie gemeinsam mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb durchführt. Mit der CHRIS-Studie – dank der Teilnahme der Vinschger Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren – haben die Forscher in Südtirol eine einmalige Ressource: Von jedem der 13.393 CHRIS-Teilnehmer stehen ihnen eine Fülle von Daten zur Verfügung, zum Lebensstil, zum Gesundheitszustand des Herzkreislauf-, des Nerven- und des Stoffwechselsystems. Diese bereits bestehenden Daten mit neuen Erhebungen zu Covid-19 kombinieren zu können, eröffnet außerordentliche Möglichkeiten, die wertvolle Erkenntnisse zur weltweiten Covid-19-Forschung beitragen können. „Wir haben über die Jahre ein außerordentlich gutes Verhältnis zu den Vinschgauer CHRIS-Teilnehmern entwickelt. So haben in einem kürzlichen Treffen auch die Bürgermeister und Hausärzte uns gegenüber bekräftigt, wie wichtig es für sie ist, durch die Studie klare und fundierte Informationen über die Erkrankung zu erhalten. Daher vertrauen wir darauf, dass wir in den nächsten Wochen noch auf eine rege Teilnahme setzen können“, erklärt Cristian Pattaro, der wissenschaftliche Leiter der Studie von Eurac Research.

Zum Ablauf der Studie: In diesen Tagen werden alle 13.393 Teilnehmer der CHRIS-Studie und alle Personen, die mit ihnen zusammenwohnen, zur CHRIS Covid-19-Studie eingeladen. 1.815 der CHRIS-Teilnehmer werden dazu eingeladen, einen serologischen Test (Bluttest zum Nachweis von Antikörpern) und einen Nasen-Rachen-Abstrich (zum Nachweis des Virus) vorzunehmen. Mit dieser so genannten Prävalenzstudie können die Forscher abschätzen, wie viele Menschen bisher mit dem Virus infiziert worden sind.

Alle 13.393 CHRIS-Teilnehmer und alle Personen (auch Minderjährige), die mit ihnen zusammenwohnen (rund 19.000 Menschen), werden in diesen Tagen dazu eingeladen, online einen Fragebogen zu Symptomen auszufüllen. Die Teilnehmer, deren Angaben auf eine mögliche Covid-19-Erkrankung hinweisen, und ihre Familienmitglieder bzw. alle, die mit ihnen zusammenwohnen, werden dazu eingeladen, einen serologischen Test und einen Nasen-Rachen-Abstrich durchzuführen. Alle Personen, die ein negatives Profil haben (keine Symptome laut Fragebogen, die auf Covid-19 hinweisen oder negative Testbefunde), werden dazu eingeladen, für ein Jahr lang alle vier Wochen den Fragebogen auszufüllen, um das Auftreten neuer Symptome zu überprüfen.

Nachverfolgung – „Follow-up“ der positiv gestesteten Fälle: Um überprüfen zu können, wie lange eine Immunität besteht, werden alle Teilnehmer mit einem positiven Befund aus den beiden vorhergehenden Phasen der Studie gebeten, für ein Jahr lang alle drei Monate den serologischen Test zum Nachweis von Antikörpern zu wiederholen. Das ist wichtig, um zu verstehen, ob man nach einer Infektion wieder an Covid-19 erkranken kann und wie sich die Immunreaktionswerte im Laufe der Zeit entwickeln.

Durch die Studie haben alle Teilnehmer kostenlos die Möglichkeit, Klarheit über den eigenen Gesundheitszustand hinsichtlich Covid-19 zu gewinnen. Darüber hinaus leisten sie einen entscheidenden Beitrag für die allgemeine Bevölkerung, indem sie wertvolle Daten zur Covid-19-Forschung beisteuern.

Von: luk

Bezirk: Bozen, Vinschgau

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

11 Kommentare auf "CHRIS Covid-19-Studie gestartet: “Wichtig, dass viele Menschen teilnehmen”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
giggi
giggi
Neuling
1 Monat 12 h

Bitte um Aufklärung!
Wer verdient sich mit den Daten eine goldene Nase????

…ja genau, WELCHE FIRMEN STECKEN DAHINTER!!!????

denkt mal darüber nach!!!

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 10 h

und was ich dazu nicht richtig finde ist, dass für mehrere Studien im Lande Gesundheitspersonal abgezogen wird und dementsprechend andere Leute wieder auf Untersuchungen verzichten müssen, bzw. Visiten werden wieder verschoben!

Nobodyisperfect
Nobodyisperfect
Tratscher
1 Monat 7 h

Und am Ende: Außer Spesen nix gewesen

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 6 h

Zieh Deinen Aluhut aus und Du wirst Bill Gates erkennen. 😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂 🐰

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
1 Monat 13 h

Wie man es macht, ist es verkehrt. “Es recht zu machen jedermann, ist eine Kunst, die niemand kann”. Jetzt wollen sich die Verantwortlichen auf einen Wiederausbruch einer nochwievielten Welle vorbereiten, und schon kommen die Verschwörungstheoretiker und Verfolgungswahnsinnigen, um alles schlecht zu reden. Vielleicht liegt die moderate Infektionszahl im Vinschgau ja an der besseren Disziplin seiner Bewöhner*innen ??

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 13 h

ich finde es toll, dass man viele öffentliche Gelder ausgibt um die EURAC zu rechtfertigen… Ironie aus.
Wie wäre es diese Art von Studien den großen Universitäten zu überlassen? Oder ist der homo sudtirolensis anders?

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 14 h

Diese Studie ist gut eingefädelt, aber was genau Sache ist, ausser Datan, Daten speichern weiss niemand. Sagt mir einer was das bringt, bezw. welchen Sinn diese Studie macht. Besser wäre Grunduntersuchungen nachzugehen um Leuten das Leben zu retten. Aber da ist gewollt dass man sich an Privatkliniken wenden muss, denn in Normalfall muss man Monate auf einen Termin eine Visite warten.

giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
1 Monat 15 h

Von jedem der 13.393 CHRIS-Teilnehmer stehen ihnen eine Fülle von Daten zur Verfügung, zum Lebensstil, 

Gudrun
Gudrun
Superredner
1 Monat 15 h

und wichtig– so nah wie möglich !!!

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 6 h
Mico
Mico
Grünschnabel
30 Tage 20 h

die nächste milliarde in den sand gesetzt! hört entlich auf aus einem viris ein milliarden geschäft zu machen…. volksverblödung nennt man sowas…..

wpDiscuz