Dank Defibrillatoren und Ersthelfern

Dolomiten: Zwei Leben in 24 Stunden gerettet

Montag, 20. Juli 2026 | 14:01 Uhr

Von: luk

Gröden – Situationen, in denen es um Leben und Tod geht, kommen häufiger vor, als man denkt.

Das zeigen kürzliche Geschehnisse in Gröden: Innerhalb von nur 24 Stunden konnten dort zwei Menschen gerettet werden – dank des beherzten Eingreifens von zufällig vorbeikommenden Freiwilligen des Weißen Kreuzes und dank öffentlich zugänglicher AED-Geräte.

Drei junge Frauen abends auf dem Nachhauseweg, neben der Straße ein verunfalltes Auto. Die drei reagieren sofort. Sie sind Freiwillige des Weißen Kreuzes und kommen gerade von einem Ausbildungstermin. Der Fahrer im Auto ist bewusstlos, er atmet nicht normal. Die drei setzen den Notruf ab und beginnen mit der Wiederbelebung. Ein öffentlich zugängliches AED-Gerät ist glücklicherweise in der Nähe. Nach dem Schock setzt der Herzschlag des Mannes wieder ein.

„Im Durchschnitt erleidet in Südtirol jeden Tag ein Mensch einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Dann zählt jede Sekunde“, sagt Alexander Schmid, Präsident des Weißen Kreuzes und gibt zu bedenken: „Die ersten am Unglücksort sind meist nicht die Rettungskräfte, sondern Passantinnen und Passanten. Nicht immer sind darunter geschulte Freiwillige, die genau wissen, was zu tun ist.“ Deshalb setzt sich das Weiße Kreuz dafür ein, dass möglichst viele Menschen die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen kennen und AED-Geräte im ganzen Land schnell erreichbar sind. „Je mehr Menschen im Ernstfall handeln, desto stärker wird unsere Rettungskette“, so Schmid.

Dass öffentlich zugängliche Defibrillatoren buchstäblich Lebensretter sein können, zeigt noch ein weiterer Vorfall, der sich nicht einmal 24 Stunden später ebenfalls im Rahmen eines Radrennens in Gröden ereignet hat: Ein Mann, der als Hobbyfahrer teilnahm, erlitt auf der Strecke einen Herz-Kreislauf-Stillstand und kam zu Sturz. Die Freiwilligen, die den Sanitätsdienst bei der Veranstaltung abdecken, waren sofort zur Stelle und begannen mit der Wiederbelebung unter Einsatz es AED. Noch bevor der Notarzt eintraf, kam der Mann wieder zu Bewusstsein, öffnete die Augen und begann zu sprechen.

Alexander Schmid weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass nicht nur geschulte Ersthelfende eingreifen können. „Wer den Notruf unter der Nummer 112 absetzt, bekommt in jedem Fall Unterstützung. Die Mitarbeitenden der Landesnotrufzentrale erklären am Telefon Schritt für Schritt die notwendigen Maßnahmen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte – auch den Umgang mit den öffentlichen Defibrillatoren. So können auch Menschen ohne Erste-Hilfe-Ausbildung eingreifen.“

Ivo Bonamico, Direktor des Weißen Kreuzes, unterstreicht das reibungslose Zusammenspiel aller Beteiligten im Ernstfall: „Der Erfolg einer Rettung hängt vom Zusammenwirken aller ab – von den Ersthelfenden über die Landesnotrufzentrale und den Rettungsdienst bis hin zu den hochspezialisierten Abteilungen Intensivstation und Kardiologie im Krankenhaus. Dieses Zusammenspiel funktioniert in Südtirol hervorragend und verbessert die Überlebenschancen der Betroffenen entscheidend.“

Die Ereignisse in Gröden geben Schmid und Bonamico Recht. Dank des schnellen Eingreifens und der professionellen Hilfe konnten beide Männer erfolgreich behandelt werden und haben den Herz-Kreislauf-Stillstand ohne nennenswerte Folgeschäden überstanden. Inzwischen sind sie wieder zu Hause.

Wer sich näher über die Erste Hilfe informieren möchte, findet Informationen zu den Kursen des Weißen Kreuzes sowie praktische Erste-Hilfe-Tipps auf der Website unter www.weisseskreuz.bz.it. Die Standorte aller öffentlich zugänglichen AED-Säulen sind über die App des Weißen Kreuzes einsehbar. Die „WK App“ steht für Android und IPhone zur Verfügung.

Bezirk: Salten/Schlern

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