Von: Redaktion Südtirol News
Stromboli – Im kleinen Küstenort Ginostra auf Stromboli hat der Schulbetrieb nach mehr als zwei Jahrzehnten wieder begonnen. Einzige Schülerin der neuen Klasse ist die sechsjährige Aysha. Die Tochter einer gebürtigen Strombolianerin und eines tunesischen Bauunternehmers wurde am ersten Schultag von Lehrerin Laura Mongi begrüßt.
Dass Aysha in ihrem Heimatort zur Schule gehen kann, ist vor allem dem Einsatz ihrer Eltern zu verdanken. Unterstützt wurden sie von der Gemeinde Lipari und der Schulverwaltung. Auch das Erzbistum Messina half: Ein renovierter Raum der Kirche San Vincenzo Ferreri steht nun als Klassenzimmer zur Verfügung.
Die Schulöffnung hat für den kleinen Ort, der außerhalb der Urlaubssaison rund 40 Einwohner zählt, eine besondere Bedeutung. Auf den Liparischen Inseln kämpfen die Gemeinden seit Jahren mit einem Rückgang der Bevölkerung. Für viele Familien bedeutet der Schulbesuch ihrer Kinder, dass sie während des Schuljahres auf andere Inseln oder nach Sizilien ziehen müssen. Mit der Wiederaufnahme des Unterrichts in Ginostra soll auch die Möglichkeit geschaffen werden, dass Familien dauerhaft im Ort bleiben können. Ginostra liegt an der Westseite von Stromboli und ist ausschließlich auf dem Seeweg erreichbar.

Enttäuschung auf Filicudi
Während Aysha ihren ersten Schultag feiern konnte, begann das Schuljahr für die zehnjährige Tiziana auf der Nachbarinsel Filicudi nicht wie geplant. Für sie sollte nach einer Sondergenehmigung eine Klasse der Mittelschule eingerichtet werden. Die dafür vorgesehene Lehrperson war jedoch aus persönlichen Gründen verhindert. Eine Vertretung kam zunächst nicht.
Die Mutter der Schülerin lehnte deshalb den kurzfristig vorgeschlagenen Fernunterricht aus der Grundschule ab. Dabei hätte Tiziana über Computer und Kopfhörer mit der Schule in Malfa verbunden werden sollen.
Die beiden Fälle zeigen die besonderen Schwierigkeiten, mit denen die kleinen bewohnten Inseln der Liparischen Inseln beim Erhalt ihrer Schulen konfrontiert sind.




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