Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Nach dem tödlichen Bergunfall von Hermann Atz am Wochenende würdigt die Südtiroler Gesellschaft für Politikwissenschaft “politika” den Südtiroler Politikwissenschaftler als prägende Persönlichkeit von Wissenschaft und Gesellschaft. Sein Tod hinterlasse „eine große Lücke – sowohl menschlich als auch wissenschaftlich und gesellschaftlich“, heißt es in einer Stellungnahme.
Atz habe die Politikwissenschaft in Südtirol maßgeblich geprägt. Der ausgebildete Physiker und Politikwissenschaftler gründete 1993 gemeinsam mit Helmuth Pörnbacher das Sozialforschungsinstitut Apollis in Bozen und gestaltete dessen wissenschaftliche Arbeit entscheidend mit.
Besonders bekannt wurde Atz durch repräsentative Meinungsumfragen und Analysen zu Wahlen, Politik, Bildung, Sozialwesen und dem Zusammenleben der Sprachgruppen. Damit sei er zu einer wichtigen Stimme der Südtiroler Gesellschaft geworden, betont politika.
Auch als Lehrender, Kommentator und Referent war Atz aktiv. Er lehrte Statistik an der Universität Innsbruck und an der Freien Universität Bozen. Geschätzt worden sei er für seine klare Sprache, analytische Schärfe und Unabhängigkeit. Zugleich habe er deutliche Kritik an der Politik nicht gescheut und sich als engagierter Vertreter der Zivilgesellschaft verstanden.
Seit der Gründung der Südtiroler Gesellschaft für Politikwissenschaft im Jahr 2008 war Atz dort in verschiedenen Funktionen tätig. Zudem verfasste er zahlreiche Beiträge für das Jahrbuch „Politika“.

Mit seinem Tod verliere Südtirol laut dem Verein eine Persönlichkeit, deren Bedeutung weit über die Wissenschaft hinausgereicht habe. Die von Atz hinterlassene Lücke werde nur schwer zu schließen sein.






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