Große Plantage in Wien entdeckt

Eine Tonne Cannabis in Wien sichergestellt

Donnerstag, 11. Juni 2026 | 13:41 Uhr

Von: apa

Rund eine Tonne Cannabis im Wert von 4,5 Millionen Euro haben Ermittler der Wiener Polizei in Liesing sichergestellt. Dabei handelt es sich um die bisher jemals größte in Österreich sichergestellte Menge des Krauts in Zusammenhang mit einer einzelnen Plantage. Das gaben Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan sowie der Leiter der Außenstelle Zentrum-Ost des Landeskriminalamts, Martin Roudny, am Donnerstag bei einem Hintergrundgespräch in der Landespolizeidirektion bekannt.

Der koordinierte Zugriff war bereits am 9. September 2025 in einer als CBD-Produktionsstätte getarnten und 3.200 Quadratmeter großen Halle erfolgt, sagte Csefan. “Die Verdächtigen nutzten dabei bestehende betriebliche Strukturen und Infrastruktur, um ihre illegale Produktion möglichst zu verschleiern”, sagte Csefan. Sie hatten die Halle von einem maroden Unternehmen mit Fokus auf CBD-Herstellung übernommen und sich den Inhabern zuvor als Investoren angeboten. “Die Plantage war hochprofessionell eingerichtet”, sagte Roudny. Die Ermittler fanden dort rund 9.700 Pflanzen vor.

“Gärtner” festgenommen

In Folge der Aktion wurden schließlich 13 Personen festgenommen, neun davon direkt vor Ort. Bei ihnen handelt es sich um sogenannte “Gärtner”. Die bosnischen und serbischen “Gärtner” sollen sich unrechtmäßig im Bundesgebiet aufgehalten haben. Neben den 1.044 Kilo Cannabis seien auch Bargeld in Höhe von 1,4 Millionen Euro, Goldbarren, eine Luxus-Uhr der Marke Rolex und eine Schusswaffe bei der Razzia sichergestellt worden.

Bei den Köpfen der Drogenbande handelt es sich um drei Österreicher im Alter von 42, 46 und 55 Jahren. Sie dirigierten die Produktion der Plantage arbeitsteilig. Laut der Exekutive fungierte der 42-Jährige als Geschäftsführer, der 46-Jährige als Produktionsleiter und der 55-Jährige als Verkaufsleiter. Der 42-Jährige, der bei dem Zugriff nicht anwesend war, floh in der Folge nach Kroatien. Er wurde später dort festgenommen und im Februar nach Österreich ausgeliefert. Wie Csefan erläuterte, hatten die Ermittlungen gegen die Drogenbande bereits Ende 2024 begonnen. Ab Jänner 2025 führten die Kriminalisten schließlich umfassende Observationsmaßnahmen durch.

Ein ähnlich großer Aufgriff von Cannabiskraut fand laut Bundeskriminalamt vor drei Jahren in Wien mit rund einer Tonne (aufgeteilt auf zwei Plantagen in Hallen und einer Plantage in einer Wohnung) statt, gefolgt von einer halben Tonne 2013 in Kärnten. 2022 entdeckten Beamte mehr als 350.000 Kilogramm in Tirol, 2020 über 240.000 Kilogramm im Burgenland. Im Jahr 2014 griff die Polizei in der Bundeshauptstadt 220.000 Kilogramm auf.

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