Lage am Ortler wird beobachtet

Felssturz bei Sulden: Weitere Abbrüche möglich

Montag, 14. September 2026 | 09:38 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Sulden – Nach dem gewaltigen Felssturz bei Sulden bleibt die Lage am Ortler unter Beobachtung. Von der Vorderen Schöntaufspitze waren am Samstagnachmittag Tausende Kubikmeter Gestein ins Tal gestürzt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, die Geröllmassen gingen in einem unbewohnten Bereich nieder.

Die Bergflanke wird derzeit überwacht. Geologen des Landes sollen sich vor Ort ein genaueres Bild von der Situation und der Stabilität des Hanges machen. Auch ein Hubschrauber soll dabei zum Einsatz kommen. Nach dem großen Abbruch wurden weitere, kleinere Felsbewegungen registriert.

Christian Knoll vom Bergrettungsdienst CNSAS in Sulden warnt, dass weitere Gesteinsmassen abbrechen könnten. Die Helfer haben das Gebiet bereits mit einer Drohne überflogen und fotografisch erfasst. Als mögliche Ursache gelten unter anderem die jüngsten Niederschläge: Wasser drang in Risse im Gestein ein, gefror und könnte dadurch die Spalten weiter vergrößert haben.

Besorgnis bereitet zudem die geologische Beschaffenheit des Gesteins und das Fehlen von Permafrost. Nach derzeitiger Einschätzung besteht allerdings keine unmittelbare Gefahr für Menschen, da der betroffene Bereich abseits von bewohnten Gebäuden und Wanderwegen liegt. Wie sich der Hang weiter entwickelt, soll nun durch die Untersuchungen geklärt werden.

Bezirk: Vinschgau

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen