Von: luk
Sterzing/Brenner – Die Stadtpolizei von Sterzing hat in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden des oberen Wipptals eine wichtige Mitteilung an die Bevölkerung veröffentlicht. Hintergrund ist ein gesundheitlicher Befund im Jagdgebiet Brenner.
Wie mitgeteilt wurde, sind zwei in dem Gebiet erlegte Füchse bei anschließenden Laboruntersuchungen positiv auf den Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) getestet worden. Der Parasit gilt als gesundheitlich bedenklich, da er auch auf den Menschen übertragen werden kann.
Die Ansteckung des Menschen erfolgt in der Regel indirekt, insbesondere durch den Verzehr von Lebensmitteln, die mit Fuchskot verunreinigt sind. Die Behörden sprechen daher eine klare Empfehlung aus: Alles, was zu Nahrungszwecken vom Boden gesammelt wird, sollte gründlich gewaschen werden.
Besonders Beeren, Wildkräuter, Pilze und andere in der Natur gesammelte Produkte können bei unsachgemäßer Behandlung ein Infektionsrisiko darstellen. Die lokalen Behörden rufen daher zu erhöhter Vorsicht bei Aktivitäten im Freien und bei der Zubereitung von Lebensmitteln auf. Waldfrüchte, Gemüse, Salate sowie vom Boden aufgesammeltes Obst sollten vor dem Verzehr äußerst sorgfältig gereinigt werden. Als wirksame Maßnahme zur Verringerung des Infektionsrisikos gilt zudem das Erhitzen von Lebensmitteln auf Temperaturen über 60 Grad Celsius.
Auch Haustiere spielen eine Rolle bei der Prävention. Hunde und Katzen, die sich frei im Freien bewegen, sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf entwurmt werden.
Darüber hinaus empfehlen die Gemeinden, jeglichen Kontakt mit Füchsen – sowohl lebenden als auch toten Tieren – zu vermeiden. Nach Arbeiten im Garten, auf Feldern oder in naturnahen Bereichen sollte stets eine gründliche Handhygiene erfolgen. Zudem wird dazu geraten, Füchse nicht durch Essensreste anzulocken und ihnen keinen Zugang zu Abfällen zu ermöglichen.
Schwerwiegende parasitäre Erkrankung beim Menschen
Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) kann beim Menschen die sogenannte alveoläre Echinokokkose auslösen, eine seltene, aber schwerwiegende parasitäre Erkrankung. Nach der Aufnahme der Eier – meist über kontaminierte Lebensmittel oder verschmutzte Hände – siedeln sich die Larven vor allem in der Leber an und bilden dort tumorartig wachsende Gewebeveränderungen. Die Erkrankung entwickelt sich oft über Jahre hinweg unbemerkt.
Erste Symptome können unspezifisch sein, etwa Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Müdigkeit oder eine vergrößerte Leber. Unbehandelt kann die Krankheit schwerwiegende Organschäden verursachen und in fortgeschrittenen Fällen lebensbedrohlich verlaufen. Eine frühzeitige Diagnose und eine langfristige medikamentöse Therapie sind daher entscheidend.




Aktuell sind 4 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen