Fahrverbote erlassen

Heftiger Schneesturm trifft US-Ostküste

Montag, 23. Februar 2026 | 14:55 Uhr

Von: APA/AFP/dpa

Ein heftiger Schneesturm hat die US-Ostküste erreicht und die Metropole New York weitgehend lahmgelegt. Die Insel Long Island lag Montagfrüh unter einer 38 Zentimeter hohen Schneedecke und “es schneit weiter”, warnte der New Yorker Wetterdienst. Die Stadt habe seit zehn Jahren keinen so heftigen Schneesturm erlebt, sagte Bürgermeister Zohran Mamdani, der schon am Sonntag weitreichende Fahrverbote verhängt hatte. Zahlreiche Flüge fielen aus, auch aus Wien nach New Jersey.

In den Stadtbezirken Manhattan und Brooklyn lag der Schnee nach Angaben der New Yorker Behörden in der Früh 23 bis 28 Zentimeter hoch. Die von Mamdani verhängten Fahrverbote sollten noch bis Mittag (Ortszeit) gelten: Straßen, Autobahnen und Brücken in der Stadt waren für den gesamten Verkehr gesperrt. Nur systemrelevante Beschäftigte und Rettungsfahrten waren von dem Verbot ausgenommen.

Am New Yorker Broadway wurden Theatervorstellungen abgesagt. Schulen, städtische Büchereien und andere Einrichtungen sollen am Montag geschlossen bleiben. Mamdani appellierte an die Menschen, ihre Häuser und Wohnungen nicht zu verlassen. Zugleich verwiesen die Behörden auf Aufnahmezentren in den Stadtbezirken, in denen Bürger Zuflucht suchen und sich aufwärmen könnten.

“Extrem gefährlich”

Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnte vor “extrem gefährlichen” Straßenverhältnissen. “Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie im Warmen”, riet der New Yorker Rettungsdienst.

Im “Big Apple” New York leben mehr als acht Millionen Menschen. Insgesamt waren an der Nordostküste der USA mehr als 40 Millionen Menschen von dem Schneesturm betroffen – von der US-Hauptstadt Washington bis in den im äußersten Nordosten gelegenen Bundesstaat Maine. Knapp 400.000 Kunden waren am Montag im Nordosten von Stromausfällen betroffen, wie Daten des Portals Poweroutage.us zeigten. Mehr als 40 Millionen Menschen standen unter Blizzard-Warnungen, berichtete der US-Sender CNN.

Bis zu 60 Zentimeter Neuschnee

Die Meteorologen hatten gewarnt, dass starke Schneefälle und heftiger Wind alle Großstädte in dem dicht besiedelten Gebiet entlang der Interstate 95 treffen könnten, darunter auch Boston und Philadelphia. Zwischen Delaware und Cape Cod im Bundesstaat Massachusetts könne es in Küstengebieten auch zu Überschwemmungen kommen.

Auf dem Höhepunkt des Blizzards könnten den Unwetterwarnungen zufolge zwischen fünf und acht Zentimetern Schnee pro Stunde fallen. Insgesamt rechnet der NWS mit bis zu 60 Zentimetern Neuschnee und eisigem Wind mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h.

Neben New York riefen auch die Bundesstaaten Connecticut, Delaware, Massachusetts, New Jersey, Pennsylvania und Rhode Island den Notstand aus. In New Jersey wurde auch der Bahnverkehr eingestellt.

Tausende Flüge ausgefallen

Laut der Website Flightaware wurden seit Sonntag mehr als 8.700 Flüge gestrichen. Am stärksten betroffen waren die New Yorker Flughäfen, gefolgt von den Flughäfen Boston, Newark und Philadelphia. Auch am Dienstag könnten demnach noch mehr als 1.300 Flüge gestrichen werden.

Die deutsche Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Austrian Airlines (AUA) gehören, strich für Montag sämtliche Flüge ihrer Gesellschaften zu den Zielen New York und Boston. Auch Rückflüge könnten nicht stattfinden, sagte ein Sprecher in Frankfurt. Für Dienstag lagen zunächst keine Stornierungen vor.

Von den Ausfällen war bei der AUA am Montag der Flug OS037 um 10.40 Uhr von Wien nach Newark in New Jersey betroffen. Auch ein Flug von Wien nach Newark am Sonntag war bereits wegen des angekündigten Blizzards gestrichen worden, sagte AUA-Sprecherin Anita Kiefer auf APA-Anfrage. Für Dienstag waren vorerst keine Streichungen geplant, bestätigte sie.

“Das Schlimmste kommt erst noch”

In New York schränkte heftiger Schneefall Montagfrüh die Sicht so stark ein, dass die Wolkenkratzer der Wall Street vom auf dem anderen Ufer des East River gelegenen Brooklyn aus kaum zu erkennen waren. Das Hauptquartier der UNO in Manhattan blieb am Montag geschlossen, alle geplanten Treffen wurden verschoben.

“Das Schlimmste kommt erst noch”, warnte die Gouverneurin des Bundesstaates New York, Kathy Hochul, am Sonntag. “Was immer Sie brauchen – Lebensmittel, Medikamente aus der Apotheke, Tierfutter – besorgen Sie es jetzt”, sagte sie. Und dann sollten alle drinnen bleiben. “Lesen Sie ein Buch”, sagte sie in ihrem Appell, “schauen Sie Nachrichten, rufen Sie Verwandte an, rufen Sie Ihre Mütter an – besonders Ihre Mütter.”

Bereits Ende Jänner war ein heftiger Wintersturm mit eisigen Temperaturen über weite Teile der USA hinweggefegt. Mehr als hundert Menschen waren infolge des Unwetters gestorben.

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