Tropennächte und immer mehr Notfälle

Hitzeschock in Südtirol: Keine Abkühlung in Sicht

Mittwoch, 29. Juli 2026 | 15:26 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Wasser und Schatten: Was nach Kleinigkeiten klingt, ist an heißen Tagen richtig wichtig. “Die Grundsätze für richtiges Verhalten bei anhaltenden Hitzewellen können nicht oft genug wiederholt werden”, unterstreicht Notarzt Werner Calliari, der in diesen Tagen in der Landesnotrufzentrale im Einsatz ist: “Während Hitzewellen verzeichnen die Rettungsdienste einen deutlichen Anstieg der Einsätze, weil es Menschen zu versorgen gilt, die zu wenig trinken, sich zu sehr anstrengen, sich der direkten Sonne aussetzen.

Betroffen sind vor allem auch Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Menschen, deren Blutdruck labil reagiert. Zudem kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten bei hohen Außentemperaturen verstärkt werden, weshalb dies mit einem Arzt abgeklärt werden sollte.”

lpa

Zu den angemessenen Verhaltensweisen während Hitzewellen zählt die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit, um den Verlust durch Schwitzen auszugleichen, zudem ist es wichtig, die direkte Sonne zu meiden, leichte und luftige Kleidung zu tragen, einen Hitzestau zu verhindern, die Wohnräume möglichst kühl zu halten.

“Die vierte Hitzewelle mit heißer Luft aus Nordafrika hat am 28. Juli mit Temperaturen von 35 Grad begonnen”, berichtet Meteorologe Dieter Peterlin, “in den kommenden Tagen steigen die Tempertauren weiter an, auf 36 bis zu 38 Grad.

Mit einzelnen Wärmegewittern ist am Mittwoch und ab Freitag wieder zu rechnen, sie können mitunter auch stärker ausfallen. Diese Hitzewelle zieht sich bei weit in die nächste Woche hinein, momentan ist keine Abkühlung in Sicht. Auch die Tropennächte beginnen im Raum Bozen wieder mit Temperaturen, die in der Nacht nicht unter 20 Grad absinken.”

“Ab Donnerstag, 30. Juli, gilt im Raum Bozen und im Etschtal bis Meran sowie im Überetsch und Unterland bis Salurn und im Raum Brixen die zweithöchste Warnstufe Orange wegen anhaltender extremer Temperaturen”, fasst der Direktor des Landeswarnzentrums in der Agentur für Bevölkerungsschutz Willigis Gallmetzer zusammen.

Am 1. Juni hat das Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz eine Bewusstseinsbildungskampagne gestartet, um das Wissen über richtiges Verhalten bei Hitze zu verbreiten:

Der vom Landeswarnzentrum täglich veröffentlichte Warnlagebericht informiert über das Gefährdungspotential von Naturereignissen in Südtirol.

Bezirk: Bozen

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