Zwei Südtiroler brauchten Hilfe

Horrortrip in Spanien: Wohnmobil geht in Flammen auf

Mittwoch, 22. Mai 2019 | 11:54 Uhr

Bozen – Ein Spanienurlaub ist für zwei Südtiroler zu einem echten Horrortrip geworden. Claudio Pignater aus Bozen war mit seiner Freundin aus Meran, Gerlinde Marth, in einem Wohnmobil unterwegs. Ausgerechnet an einem traumhaften Kurort mit Thermalbädern in der Sierra Alhamilla in Andalusien wäre es am Sonntag in der Nacht beinahe zu einer Tragödie gekommen, berichtet die Tageszeitung Alto Adige.

Der Vorfall hat nur wenige Minuten gedauert. Gegen 1.00 Uhr in der Früh thronte der Mond am Himmel und es wehte ein kräftiger Wind. Die beiden Südtiroler hielten sich im Inneren des Wohnmobils auf. Plötzlich schoss eine Flamme aus dem Heizlüfter und setzte die Möbel in Brand.

„Ich schrie zu Gerlinde, sie soll ins Freie gehen und wir sind regelrecht aus dem Camper gesprungen, bevor dieser zu einem einzigen Feuerball wurde“, erzählt Claudio dem Alto Adige. Beide konnten glücklicherweise ihre Haut im letzten Moment retten, doch ansonsten blieb ihnen nichts. Wertsachen, Dokumente, Handys, Fahrräder, Kleidung – ganz zu schweigen vom Wohnmobil selbst – alles war den Flammen zum Opfer gefallen.

Claudio hat außerdem eine Verbrennung zweiten Grades am rechten Fußgelenk davongetragen. Die Feuerwehr und die „Guardia Civil“ sind zum Einsatzort ausgerückt. „Ich wurde ins Krankenhaus nach Almeria gebracht“, berichtet Claudio.

Nun wird die Geschichte allerdings bitter. Während die Menschen vor Ort und eine Italienerin äußerst herzlich reagierten und den beiden Südtirolern halfen, wo sie nur konnten, machten Claudio und Gerlinde auch Bekanntschaft mit den Schattenseiten der italienischen Bürokratie – und das war weit weniger erfreulich.

„Die Einheimischen haben uns unterstützt, eingekleidet, sie haben uns Geld sowie den Schlüssel einer Wohnung gegeben, wo wir vorübergehend unterkamen, obwohl uns niemand gekannt hat“, berichtet Claudio.

Doch als er am nächsten Tag ins Spital zurückkehrte, fingen die Probleme an. Zwei äußerst freundliche Krankenpfleger waren anwesend, doch er wollte, dass sich ein Arzt seine Verletzung anschaut. Dies sei nicht möglich, erklärten ihm die Pfleger. „Ich sagte ihnen, dass ich für die Visite bezahlen würde, doch auch das ging nicht“, berichtet Claudio.

Weil er kein gültiges Dokument bei sich hatte, konnte er keine ärztliche Pflege in Anspruch nehmen. Deshalb rief er bei der italienischen Botschaft in Madrid und auch bei der Gemeinde in Bozen an und bat darum, dass ihm die Kopie seines Reisepasses sowie der Identitäts-  und der Sanitätskarte geschickt wird.

Es war 10.00 Uhr am Vormittag, die Schmerzen am Fußgelenk waren immer noch stechend. Doch Claudio musste bis 22.00 Uhr am Abend warten, bis die Dokumente eintrafen. „Ist so etwas überhaupt möglich?“, fragt er sich.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Burggrafenamt