Biologisches Präparat wird verteilt

Kiefernprozessionsspinner: Angriff aus dem Hubschrauber

Freitag, 04. September 2026 | 15:32 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Schlanders – Nach dem starken Befall des Kiefernprozessionsspinners im vergangenen Jahr weist auch in diesem Jahr für den Winter und das kommende Frühjahr wieder alles auf einen massiven Befall der Kiefernwälder hin.

“Am kommenden Donnerstag, 10. September, startet daher eine Bekämpfungsaktion in den Gemeinden Schlanders, Latsch, Laas und Schluderns”, berichtet der Direktor des Forstinspektorats Schlanders Andreas Platter: “Der Einsatz wird mehrere Tage dauern, da im Jänner dieses Jahres auf mehr als 500 Hektar ein starker Befall festgestellt wurde.”

Nachdem die letzte Bekämpfung Ende September vor drei Jahren erfolgt war, stieg der Befall durch den Kiefernprozessionsspinner in den vergangenen Jahren teilweise stark an. Besonders die Schwarzkiefernwälder im Mittelvinschgau weisen einen starken Befall durch diese Schmetterlingsart auf.

Zwar sind die typischen weißen Gespinstnester im September noch nicht sichtbar, aufgrund der sehr hohen Anzahl von Eigelegen und Initialgespinstnestern pro Baum kann aber von einer Ausdehnung des Befalls ausgegangen werden. Zusätzliche Flächen in Seitentälern und in immer größerer Höhe werden vom Prozessionsspinner befallen.

Schädlingsbekämpfungsmittel für Mensch und Tier nicht schädlich

Um den Befall zu bekämpfen, wird ab dem 10. September von einem Hubschrauber aus das biologische Präparat Bacillus thuringiensis auf die betroffenen Wälder verteilt. Ausgeführt wird die Schädlingsbekämpfung vom Landesforstdienst in Abstimmung mit der Universität Padua und mit Genehmigung des Gesundheitsministeriums. Das verwendete Mittel ist für Mensch und Tier nicht schädlich, es entwickelt erst im Verdauungstrakt der Raupen seine Giftigkeit, nachdem die Raupen die Nadeln der Kiefern gefressen haben. Das biologische Bekämpfungsmittel baut sich innerhalb weniger Tage ab.

Eine Behandlung im Herbst hat den Vorteil, dass die Raupen noch sehr klein sind und daher die Konzentration des Präparates geringer sein kann. Außerdem führt ein frühes Absterben der Raupen zu insgesamt weniger Fraßschäden. Die Dezimierung der Prozessionsspinner-Larven hilft, die unter Druck stehenden Wälder auf trockenen Standorten der tiefen Lagen zu stabilisieren, damit sie weiterhin ihre Schutzfunktion leisten können und damit Personen und Haustiere weniger in Kontakt mit den Raupen kommen.

Als mittel- und langfristige Lösung arbeitet der Landesforstdienst an der Umwandlung der Kiefernwälder in strukturreiche, laubholzreiche Mischwälder.

Bezirk: Vinschgau

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