Landesregierung stärkt den Schutz vor schweren RSV-Erkrankungen auch in dieser Saison

Kostenlose RSV-Immunisierung für Säuglinge

Freitag, 04. September 2026 | 15:38 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Was mit einer scheinbar harmlosen Atemwegsinfektion beginnt, kann für Babys schnell gefährlich werden, besonders, wenn sie keine Luft mehr bekommen.

Um Neugeborene und Säuglinge besser vor dem respiratorischen Synzytial-Virus, kurz RSV, zu schützen und schwere Krankheitsverläufe zu verhindern, hat die Landesregierung am 4. September in Bozen auf Vorschlag von Gesundheitslandesrat Hubert Messner die Weiterführung der Präventionsaktion für 2026/2027 beschlossen. Säuglinge können demnach die passive Immunisierung mit dem Antikörper Nirsevimab erhalten und dadurch vor dem RSV-Virus geschützt werden. Anspruch auf die Immunisierung haben in Südtirol ansässige Säuglinge, die zwischen April 2026 und März 2027 geboren wurden beziehungsweise werden, sowie Kinder mit Risikofaktoren, die das zweite Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

RSV kann für Säuglinge gefährlich werden

RSV zählt zu den häufigsten Ursachen für Atemwegsinfektionen bei Kindern. Besonders in den ersten Lebensmonaten kann die Infektion schwer verlaufen und zu Bronchiolitis oder Lungenentzündung führen. Eine spezifische Behandlung von RSV gibt es derzeit nicht. Umso mehr geht es darum, schwere Krankheitsverläufe gänzlich zu verhindern.

“RSV ist keine harmlose Erkältung, wenn die Kleinsten der Kleinen betroffen sind. Als Kinderarzt habe ich erlebt, wie schnell sich eine Atemwegsinfektion bei Säuglingen verschlechtern kann und wie belastend solche Verläufe für Babys und ihre Familien sind”, sagt Landesrat Messner. Heute könne man schwere Verläufe deutlich besser verhindern. “Wenn wir diesen Schutz anbieten können, müssen wir ihn auch zugänglich machen”, betont Messner.

Freiwillige, kostenlose passive Immunisierung

Bei der passiven Immunisierung werden schützende Antikörper direkt verabreicht. Das Immunsystem muss diese nicht erst selbst bilden. Der monoklonale Antikörper Nirsevimab kann dadurch unmittelbar vor schweren RSV-Erkrankungen schützen.

Die Erfahrungen in Südtirol sprechen für die Maßnahme: In der Wintersaison 2023/24 mussten noch rund 200 Kinder unter einem Jahr wegen RSV im Krankenhaus stationär aufgenommen werden. Im der vergangenen Wintersaison 2025/26 waren es 59. Von diesen hatten 36 zuvor keine RSV-Immunisierung erhalten. Von diesen 36 Kindern mussten sieben auf der Neugeborenen-Intensivstation behandelt werden.

“Gerade in den ersten Lebensmonaten kann eine RSV-Infektion für Neugeborene und Säuglinge eine erhebliche Belastung darstellen. Die Immunisierung hilft, schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden”, sagt Alex Staffler, Primar der Abteilung Neonatologie und Neugeborenenintensivstation am Krankenhaus Bozen.

Die Maßnahme folgt den staatlichen Vereinbarungen und internationalen Empfehlungen zur RSV-Prävention. Die Immunisierung ist freiwillig und kostenlos

Bezirk: Bozen

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