Von: APA/dpa
Leichte Entwarnung bei den Masern: Die gemeldeten Erkrankungen sind in Europa und Zentralasien im Vorjahr markant gesunken. Das berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch für 53 Länder ihrer Europa-Region, die von der Atlantikküste über West- und Mitteleuropa und Russland bis nach Turkmenistan reicht. Sorge bereiten vor der baldigen Fußballweltmeisterschaft die steigenden Zahlen in Mexiko, den USA und Kanada.
In der Gesamtregion Europa wurden nach WHO-Angaben fast 34.000 Fälle gemeldet, 75 Prozent weniger als im Jahr davor. Das sei auf Bekämpfungsmaßnahmen zurückzuführen, aber auch darauf, dass das Virus sich in der ungeimpften Bevölkerung verbreitet hat und dadurch mehr Menschen immun geworden sind. Wer einmal infiziert war, ist gegen eine neue Ansteckung geschützt.
Ziel bleibt eine Impfquote von 95 Prozent
Der deutliche Rückgang hat auch damit zu tun, dass die Zahlen 2024 außergewöhnlich hoch waren. Im Vergleich zu 2023 lagen sie etwa um die Hälfte niedriger. Während sie etwa in Rumänien, Kasachstan oder Aserbaidschan um rund 90 Prozent oder mehr fielen, stiegen sie etwa in Frankreich und den Niederlanden, wenn auch auf niedrigem Niveau.
Die WHO warnt zusammen mit dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF, dass Risiken größerer Ausbrüche bleiben. Ziel sei eine Impfquote von 95 Prozent überall, sonst werde sich das hochansteckende Virus weiter ausbreiten. Nach WHO-Angaben steckt im Durchschnitt eine infizierte Person bis zu 18 ungeimpfte Menschen an. Masern können schwere Folgen haben, etwa Entzündungen des Gehirns mit Schädigung von Nervenzellen, und die Krankheit kann tödlich enden.
Mehrere Länder, die Masern laut WHO besiegt hatten, haben den WHO-Status “frei von Masern” nach großen Ausbrüchen wieder verloren, darunter Spanien, Großbritannien und Österreich.
Situation in Österreich
Insgesamt 542 Masernfälle waren laut AGES im Jahr 2024 im heimischen Meldesystem erfasst worden. Im Jahr 2025 ging die Zahl in Österreich auf 152 zurück. Mehr als 20 Prozent davon mussten im Krankenhaus behandelt werden. Seit 1. Jänner 2026 wurden zwei Masernerkrankungen erfasst. “Mit weiteren Fällen ist zu rechnen”, so die AGES. Mit einer Impfquote von 71 Prozent ist man vom WHO-Ziel weit entfernt.
Auch Mexiko und die USA könnten ihren WHO-Status als masernfrei verlieren. In den USA könne das passieren, wenn das Land nicht nachweisen kann, dass es Ausbrüche schnell stoppen kann, wie der US-Spezialist für Infektionskrankheiten, Demetre Daskalakis, warnt.
7.000 Fälle in Mexiko
Von Anfang 2025 bis Ende Mitte Jänner 2026 wurden in Mexiko nach Angaben der WHO mehr als 7.000 Fälle erfasst, 24 Menschen starben. In einigen Ortschaften muss nun an Schulen eine Nasen-Mund-Bedeckung getragen werden.
In Kanada wurden bisher mehr als 5.500 Erkrankungen und zwei Todesfälle verzeichnet. In den USA sind mehr als 2.400 Menschen erkrankt, drei von ihnen starben.




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