US-First Lady Melania Trump im Weißen Haus

Melania Trump bestreitet Nähe zu Epstein: “Nie befreundet”

Donnerstag, 09. April 2026 | 22:25 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa/AFP

In einer bemerkenswerten Presseerklärung hat die US-First Lady Melania Trump am Donnerstag eine engere Beziehung zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein dementiert. “Ich war nie mit Epstein befreundet”, sagte sie auf einem eigens anberaumten Pressetermin im Weißen Haus. Auch sei sie nie auf seiner Privatinsel oder in einem seiner Flugzeuge gewesen. Von seinen Verbrechen habe sie nichts gewusst. Was genau die First Lady zu dem Statement veranlasst hat, war zunächst unklar.

Beobachter halten es für möglich, dass sie damit bevorstehenden Vorwürfen zuvorkommen wollte. Fragen von Journalisten beantwortete Trump nicht. Trump nahm in ihrer Ansprache auch Bezug auf E-Mail-Verkehr mit Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell. “Meine E-Mail-Antwort an Maxwell kann nicht als mehr als eine lockere Korrespondenz eingestuft werden”, sagte Trump, ohne Details zu nennen.

Die 55-Jährige bestritt zudem, den heutigen US-Präsidenten Donald Trump über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein kennengelernt zu haben. Sie habe ihren Ehemann zufällig auf einer Feier der Stadt New York im Jahr 1998 getroffen, sagte Melania Trump weiter. Über sie und Epstein kursierten seit Jahren “zahlreiche gefälschte Bilder und Behauptungen” im Internet. “Seien Sie vorsichtig, woran Sie glauben. Diese Bilder und Geschichten sind völlig falsch”, sagte sie. Ob sich Melania Trump auf neue Veröffentlichungen bezog, war zunächst nicht ganz klar. Auf einem bereits länger bekannten Foto aus dem Jahr 2000 sind Trump und seine heutige Frau mit Epstein und seiner Komplizin Ghislaine Maxwell zu sehen.

Freundlicher Mailverkehr zu einem Treffen in New York

Die Demokraten aus einem Kongressausschuss hatten zuvor eine Mail aus dem Jahr 2002 veröffentlicht, die sich an “G!” richtete und von “Melania” unterschrieben wurde. Sie wird als Beweis für einen Austausch zwischen Maxwell und Trump gewertet. Darin geht es unter anderem um ein mögliches Treffen in New York und einen Artikel über “JE”. Absender und Empfänger wurden geschwärzt.

“Die Lügen, die mich mit dem schmachvollen Jeffrey Epstein verbinden, müssen heute ein Ende finden”, sagte das Ex-Model im Weißen Haus. Falsche Behauptungen zu einer engeren Verbindung zu Epstein hätten lediglich das Ziel, ihrem Ruf zu schaden. Gemeinsam mit ihren Anwälten werde sie dagegen vorgehen.

“Donald und ich wurden von Zeit zu Zeit zu denselben Partys wie Epstein eingeladen, da sich gesellschaftliche Kreise in New York City und Palm Beach häufig überschneiden.” Eine echte Beziehung zu Epstein habe es aber nicht gegeben.

Trump sagte weiter, sie selbst sei kein Opfer von Epstein gewesen. Den Kongress forderte sei auf, Opfer des Sexualstraftäters unter Eid Aussagen zu lassen. “Jede einzelne Frau sollte auf Wunsch die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen.”

Der Skandal Epstein reicht Jahrzehnte zurück

Der Fall war schon vor vielen Jahren einmal vor Gericht verhandelt worden, den Ausgang empfanden Opfer und Kritiker Epsteins allerdings als ungenügend. Der Millionär hatte sich damals zu einzelnen Punkten der Anklage schuldig bekannt. Später wurde der Fall dann nochmals aufgerollt. Epstein starb, bevor es zu einer weiteren Verurteilung hätte kommen können.

Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er jedoch nur 13 Monate Haft absitzen.

Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er mit 66 Jahren Suizid.

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