Von: mk
Bozen – Mit tiefer Trauer, aber mit großer Dankbarkeit nimmt der Südtiroler Schützenbund Abschied von Eucharistiner Pater Walter Marzari SSS, der heute im Alter von 84 Jahren verstorben ist.
Pater Walter Marzari wurde am 7. April 1941 in Proveis am Deutschnonsberg geboren. Schon früh verspürte er den Wunsch, Priester zu werden. Sein Weg führte ihn zu den Eucharistinern, in deren Gemeinschaft er 1959 eintrat. Nach philosophisch-theologischen Studien in Freiburg und Wien legte er 1967 die ewige Profess ab und wurde am 21. Juni 1970 in Wien zum Priester geweiht. Im selben Jahr promovierte er zum Doktor der Theologie.
Sein Wirken war geprägt von außergewöhnlicher Vielseitigkeit, großer geistiger Tiefe und einem starken sozialen Engagement. Nach ersten seelsorglichen Aufgaben in Meran und Wien verbrachte er mehrere Jahre als Missionar in Kamerun.
Ein bemerkenswertes Kapitel seines Lebens begann, als er – bereits im Erwachsenenalter – ein Medizinstudium in Wien aufnahm und 1982 zum Doktor der Medizin promovierte. Nach weiterer Ausbildung, unter anderem in Tropenmedizin in Antwerpen, wirkte er von 1984 bis 1987 als Priesterarzt in Kinshasa (Zaire) und arbeitete dort als Zonen-Chefarzt im WHO-Projekt „Gesundheit für alle im Jahr 2000“.
Zurück in Südtirol übernahm Pater Marzari verschiedene Aufgaben innerhalb seines Ordens, unter anderem als Heimleiter des Eucharistiner-Studentenheimes in Bozen und als Hausoberer der Eucharistiner in Meran. Darüber hinaus war er Religionslehrer am Vinzentinum in Brixen und widmete sich intensiv wissenschaftlicher und publizistischer Arbeit. Besonders hervorzuheben ist seine Übersetzungsarbeit der Schriften des Ordensgründers Peter Julian Eymard sowie mehrere Veröffentlichungen zu historischen und kirchlichen Themen.
Dem Südtiroler Schützenbund war Pater Walter Marzari auch als Autor verbunden. Mit seinem Buch „Dokumentation zum Gelöbnis 1796“ leistete er einen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung der Tiroler Geschichte und zur Erinnerungskultur unseres Landes. 2006 veröffentlichte er zudem das Buch „Kanonikus Michael Gamper – Sein Leben für Glauben und Heimat gegen Faschistenbeil und Hakenkreuz in Südtirol“, das er der im Jahr zuvor neugegründeten Schützenkompanie „Kanonikus Michael Gamper“ Proveis widmete.
Unvergessen bleibt laut Schützen seine legendäre „Kreuzl-Predigt“ bei der Sepp-Kerschbaumer-Gedenkfeier 1991 in St. Pauls, für die er vom bischöflichen Ordinariat die „Gelbe Karte“ erhielt. Der inoffizielle Schützenkurat ließ sich davon jedoch nicht beirren und nahm ein Jahr später erneut als Zelebrant an der Kerschbaumer-Feier teil. Daraufhin wurde ihm ein Predigtverbot auferlegt und er wurde nach Wien versetzt.
„Pater Walter Marzari war ein Mann mit klaren Überzeugungen, tiefem Glauben und großem Verantwortungsbewusstsein gegenüber Kirche, Gesellschaft und Heimat“, so der Schützenebund. Sein Lebensweg – geprägt von geistlichem Dienst, wissenschaftlicher Arbeit, medizinischer Hilfe für Bedürftige und historischem Interesse – zeuge von außergewöhnlicher Hingabe und Mut.
„Der Südtiroler Schützenbund wird Pater Walter Marzari ein ehrendes Andenken bewahren und spricht seinen Mitbrüdern im Orden sowie allen Angehörigen und Weggefährten sein aufrichtiges Beileid aus“, so Mjr. Christoph Schmid, Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes. „Vergelt’s Gott für dein Wirken. Ruhe in Frieden.“




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