"Ich musste bei Tempo 50 in die Wiese ausweichen"

Radfahrer in Südtirol gezielt angefahren?

Donnerstag, 13. August 2026 | 09:06 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Mals – Ein Ausflug mit dem Rennrad hätte für einen Urlauber im Vinschgau beinahe ein tödliches Ende genommen. Stefano Benatti, begeisterter Radfahrer aus Castelnuovo del Garda, berichtet gegenüber der Zeitung Alto Adige von einem Vorfall auf der Straße zwischen Reschen und Mals, bei dem ein entgegenkommendes Auto plötzlich auf ihn zugesteuert sein soll.

Benatti verbringt derzeit seinen Urlaub in Sulden und war mit Freunden auf dem Rennrad unterwegs. Bei der Abfahrt zwischen Reschen und Mals sei er mit rund 50 km/h unterwegs gewesen, als ein Auto von der anderen Straßenseite auf ihn zusteuerte. “Das Fahrzeug kam direkt auf mich zu, ohne die Richtung zu ändern oder abzubremsen”, schildert der Radfahrer. Seinen Angaben zufolge habe es weder ein Überholmanöver noch ein Hindernis auf der Fahrbahn gegeben. Dennoch sei der Pkw auf die Gegenfahrbahn gekommen und habe auf ihn zugehalten.

Dem Urlauber blieb nur ein Augenblick, um zu reagieren: Um einen Frontalzusammenstoß zu verhindern, lenkte Benatti sein Fahrrad in die angrenzende Wiese. Wegen des Höhenunterschieds stürzte er und überschlug sich, auch das Rennrad wurde durch die Luft geschleudert.

Doch er hatte Glück im Unglück: Der weiche Untergrund bremste den Sturz. Benatti kam mit einem starken Trauma und Rückenschmerzen davon, sein Fahrrad wurde beschädigt. Ein Sturz auf dem Asphalt bei dieser Geschwindigkeit hätte deutlich schwerwiegendere Folgen haben können.

“Wenn ich nicht so schnell reagiert und mich bei dieser Geschwindigkeit in die Böschung geworfen hätte, wäre ich heute vielleicht nicht mehr hier”, sagt der Radfahrer.

Eine Anzeige bei den Ordnungskräften erstattete Benatti nicht. Das Auto sei weitergefahren, außerdem habe er sich das Kennzeichen nicht gemerkt. Er wolle den Vorfall dennoch öffentlich machen – nicht zuletzt, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die aus aggressivem Verhalten im Straßenverkehr entstehen können.

Gerade auf den engen und kurvenreichen Straßen der Berge sei gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Autofahrern und Radfahrern entscheidend. Der Vorfall aus dem Vinschgau steht zudem im Zusammenhang mit einer Reihe jüngerer Vorfälle im Straßenverkehr gegen Radfahrer.

Erst am vergangenen Samstag soll ein Autofahrer in der Provinz Turin eine Gruppe von Radsportlern gleich zweimal angefahren haben. Einer der Radfahrer hatte zuvor einen Arm gehoben, um gegen ein gefährliches Überholmanöver zu protestieren. In diesem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes gegen den Autofahrer.

Bezirk: Vinschgau

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