Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Mitten am Nachmittag hat ein bislang unbekannter Mann das Bozner Rathaus und weitere Gebäude im Stadtzentrum beschmiert. Eine Bürgerin filmte den etwa 50-Jährigen dabei, wie er am Eingang des Rathauses mit einer schwarzen Spraydose eine beleidigende Botschaft gegen die Stadtverwaltung anbrachte.
Der Vorfall ereignete sich laut der Zeitung Alto Adige gestern kurz vor 14.00 Uhr. Auf dem Video ist zu sehen, wie eine Frau den Mann fragt, was er mit der Spraydose vorhabe. Der Mann lässt sich davon offenbar nicht beeindrucken und schreibt weiter. Anschließend flüchtete er in Richtung Lauben.
Im Laufe des Nachmittags wurden weitere Schmierereien an den Lauben und an der Fassade der Stadtbibliothek entdeckt. Einige der Parolen enthielten auch Vorwürfe mit Bezug zum Faschismus. Die Polizei überprüft zudem Schmierereien in der Roenstraße.

Der Täter war bis zum Abend nicht gefasst. Die Ermittlungen laufen sowohl bei der Stadtpolizei als auch bei der Quästur.
Bürgermeister Claudio Corrarati verurteilte die Aktion. Sollte der Verantwortliche ausgeforscht werden, werde die Stadt prüfen, ob Schadenersatz gefordert werden könne. Die Schmierereien wurden nach Angaben des Berichts bereits innerhalb weniger als einer Stunde entfernt.
Dem Täter drohen neben Schadenersatz auch strafrechtliche Konsequenzen. Im Raum steht unter anderem der Tatbestand der Sachbeschädigung durch Verunstaltung und Beschmierung. Weil öffentliche Gebäude und möglicherweise kulturhistorisch relevante Bauten betroffen sind, könnten verschärfte Bestimmungen greifen. Auch eine erschwerte Form der Verleumdung beziehungsweise Rufschädigung wird geprüft.
Rauschertorgasse im oberen Teil von Schmierereien befreit
Schmierereien und illegale Graffiti stellen für die Stadtverwaltung ein großes Problem dar, das mitunter Zeit zur Bewältigung benötigt, wie der Stadtviertelrat Altstadt-Bozner Boden-Rentsch in einer Pressemitteilung erklärt.
Der Stadtviertelrat Altstadt-Bozner Boden-Rentsch hat im Februar einen 15-Punkte-Aktionsplan gegen illegale Graffiti vorgelegt. Als erste Maßnahme wurden beschmierte Gemeindegebäude neu gestrichen – erfolgreich umgesetzt in der Rauschertorgasse, unterstützt von Stadtrat Claudio della Ratta. Auch das Maria-Hueber-Gymnasium ließ seine stark beschmierten Hauswände renovieren. Der obere Teil der Gasse wirkt nun sauber, gepflegt und einladend, freut sich der Stadtviertelrat.
Doch angesichts der jüngsten Vorfälle am Rathaus scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis neue Schriftzüge auf den nun gepflegten Fassaden auftauchen.






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