Von: Matthias Knapp
Bozen – Schwappen die gewaltsamen Proteste in Italiens Großstädten auch nach Südtirol über? In Trient ist es bereits zu Ausschreitungen gekommen. Nun wecken beunruhigende Chatnachrichten die Befürchtung, dass auch in Südtirol Demonstrationen ausarten könnten. Vor allem Oberschülerinnen könnten Opfer von Attacken werden.
Bilder von Randalierern, die durch Großstädte wie Mailand, Turin oder Bologna rennen und für Verwüstung sorgen, dominieren derzeit die Schlagzeilen. Die Regierung rund um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will klare Kante zeigen.
Südtirol blieb bislang noch von derartigen Szenen verschont. Wie die Zeitung Alto Adige berichtet, hegen Direktoren, Eltern und Schüler jedoch die Befürchtung, dass sich dies bald ändern könnte. Gerüchten zufolge kursieren Chatnachrichten mit Listen von Schülerinnen, die bei Demonstrationen gezielt attackiert werden sollen. Sichergestellt werden konnte eine solche Liste allerdings noch nicht.
Sabine Giunta, die Schulführungskraft im italienischsprachigen Pascoli-Lyzeum in Bozen ist, hat die Eltern über einschüchternde und gewalthaltige Benachrichtigungen an Schülerinnen und Schüler informiert, die über soziale Medien verbreitet worden seien. Auch die Ordnungskräfte wurden eingeschaltet. Gleichzeitig unterstreicht Giunta, dass sie Formen des friedlichen Protests durchaus unterstütze.
In Trient ist es – wie berichtet – bereits am Mittwochvormittag zu Ausschreitungen gekommen. Teils vermummte Jugendliche zogen in Gruppen durch die Innenstadt, setzten in Parkanlagen Müllkübel in Brand, warfen Container um und schmissen Steine. Auch ein Schulwart soll physisch angegriffen worden sein. Die Polizei hat mehrere Beteiligte bereits identifiziert.




Aktuell sind 3 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen