Hubschrauberflüge bei St. Valentin: Freie Liste haut auf den Tisch

“Es reicht”

Mittwoch, 21. Oktober 2026 | 10:28 Uhr

Von: Matthias Knapp

Kastelruth – Dem breiten Ärger über die touristischen Hubschrauberstarts und -landungen bei St. Valentin in Kastelruth sollen jetzt Taten folgen. Die Freie Liste bringt mit einem Beschlussantrag das Thema in den Gemeinderat.

Wer in diesem Sommer in St. Valentin/Kastelruth unterwegs war, hat es gehört: Immer öfter knattern Hubschrauber über die Wiesen, die Touristen bringen und abholen. „Gelandet wird mitten in einem sensiblen und landwirtschaftlich genutzten Gebiet, in dem auch seltene und geschützte Vögel beobachtet wurden. Viele Menschen in Kastelruth – und nicht nur dort – haben genug davon“, erklärt die Freie Liste. Im Rahmen einer Petition gegen touristische Hubschrauberflüge seien in kurzer Zeit über 3.000 Unterschriften gesammelt worden.

Bislang galt die Gemeinde als machtlos. Der Luftverkehr sei Sache des Staates und der Luftfahrtbehörde ENAC, hieß es. Vor Ort könne man wenig ausrichten. Die Freie Liste hält dagegen: „Die Gemeinde hat sehr wohl Möglichkeiten, nämlich über den Landschafts- und Naturschutz.“ Diese will sie jetzt nutzen, statt abzuwarten, was auf Landesebene passiert.

Mit einem Beschlussantrag schlägt die Freie Liste einen klaren Weg vor: Zuerst soll demnach ein Fachgutachten erheben, welche geschützten Vogelarten im Gebiet um St. Valentin vorkommen. Auf dieser Grundlage soll die Zone unter Landschaftsschutz gestellt werden – mit dem Ziel, dass dort keine Hubschrauber mehr für touristische oder private Zwecke landen und starten dürfen. Bis es so weit ist, sollen laut Beschlussantrag Forstwache und Ortspolizei verstärkt kontrollieren, denn ein Verbot von unnötigem Lärm gelte in diesem Gebiet bereits heute.

Der Antrag kommt am 27. Oktober in den Gemeinderat. Die Freie Liste geht davon aus, dass er breite Unterstützung findet. Gemeinderätin Lisa Maria Gasser sagt: „Der Gemeinderat hat sich schon im September gegen touristische Hubschrauberlandeplätze ausgesprochen. Jetzt geht es darum, diesem Bekenntnis auch Taten folgen zu lassen. Ich bin überzeugt, dass wir hier parteiübergreifend an einem Strang ziehen.“

Bezirk: Salten/Schlern

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