Angreifer war von Oman Air suspendiert worden

Staatsanwalt sieht in Angriff auf Flydubai-Pilot “Terror”

Samstag, 03. Oktober 2026 | 09:52 Uhr

Von: importer

Der Copilot des auf dem Flug von Dubai nach Tel Aviv notgelandeten Passagierjets hat den Piloten im Cockpit nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit einer Axt angegriffen. Der Täter, einem Insider zufolge ein Bürger Omans, habe versucht, eine “Terrorattacke” auszuführen, sagte der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Arabischen Emirate am Samstag der staatlichen Nachrichtenagentur WAM zufolge.

Er habe durch seinen Angriff im Cockpit versucht, die Kontrolle über das Flugzeug der Airline Flydubai zu übernehmen. Die Ermittlungen dauerten an, um die Umstände des Vorfalls, die Motive des Täters und mögliche Zusammenhänge zu klären, fügte er hinzu.

Passagiere und Besatzungsmitglieder des Flydubai-Fluges hatten am Mittwoch den Versuch des Copiloten vereitelt, die Maschine unter seine Kontrolle zu bringen. Der Mann habe den Flugkapitän im Cockpit angegriffen und verletzt, danach habe das Flugzeug dramatisch an Höhe verloren. Passagiere und Crew seien ins Cockpit eingedrungen und hätten den Angreifer überwältigt. Andere Flydubai-Piloten, die an Bord gewesen seien, hätten den Jet anschließend sicher im saudi-arabischen Tabuk gelandet. Der Vorfall verschärft die Sorgen um die Flugsicherheit in der Region.

Medienberichte über persönliche Hintergründe

Der Copilot ist US-Medien zufolge wegen Sicherheitsbedenken zuvor aus seinem früheren Job bei einer Fluggesellschaft im Oman entlassen worden. ABC News berichtete, gestützt auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, dass der Mann von Oman Air suspendiert worden sei, nachdem er als Sicherheitsrisiko eingestuft worden sei.

Nach Informationen des US-Senders war bei dem mutmaßlichen Angreifer aus dem Oman extremistisches Material festgestellt worden, als er 2024 als Copilot-Auszubildender bei der Fluggesellschaft beschäftigt war. Er durfte demnach aber weiterhin in einer Verwaltungsfunktion dort arbeiten. Dem US-Sender CNN liegen ähnliche Informationen vor.

Copilot soll angeblich mit Behörden kooperieren

Auch das “Wall Street Journal” berichtete unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass der Mann von Oman zu einem früheren Zeitpunkt mit einem Flugverbot belegt worden sei. Grund dafür sei die Befürchtung gewesen, dass er radikale ideologische Ansichten habe.

Dem Sender ABC News zufolge versuchen Ermittler aktuell herauszufinden, wie es ihm anschließend dennoch gestattet worden sei, für Flydubai zu fliegen. Der festgenommene Copilot, der in die Emirate gebracht worden ist, soll demnach mit den Ermittlungsbehörden kooperieren. Er habe angedeutet, dass er die Absicht gehabt habe, das Flydubai-Flugzeug in Israel zum Absturz zu bringen, zitiert der Sender Quellen, die über die Ermittlungen informiert sind.

Israels Regierung geht von jihadistischem Terroranschlag aus

Die israelische Regierung ging bereits von einem jihadistischen Terroranschlag aus – und auch ein hochrangiger Regierungsvertreter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte im Zusammenhang mit der Gewalttat jüngst von Terrorismus gesprochen.

Der US-Sender CNN berichtete indes über ein LinkedIn-Profil, das unter dem Namen des mutmaßlichen Angreifers existiert haben soll und inzwischen gelöscht sei. Auf diesem sollen Stunden nach der Gewalttat zwei Posts abgesetzt worden sein. Wer diese veröffentlicht hat und ob sie im Voraus geplant gewesen waren, ist demnach unklar. In einem der Posts war laut CNN ein Video enthalten, das unter anderem mit einem Foto des früheren Al-Kaida-Chefs Ayman al-Zawahiri endet.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen