Nein zu einer Straße durch den Naturpark Texelgruppe

“Straßenbauprojekt kann Trinkwasserversorgung in Meran gefährden”

Montag, 31. August 2026 | 12:11 Uhr

Von: Sophia Molitor

Sprons – Die Alminteressentschaft Sprons, die Besitzer verschiedener Almhütten sowie der Bürgermeister von Tirol Christoph Pircher drängen darauf, durch das ursprünglich verbliebene Spronser Tal (von der Örtlichkeit „Farm“ hinter Longfall bis zur Bockerhütte bzw. der Unteren Alm) eine Fahrstraße zu errichten, voraussichtlich in der üblichen Standardbreite von 3,5 Metern. Bei diesem rund 3,5 km langen Straßenprojekt im Naturpark Texelgruppe sind enorme Schäden an Landschaft und Ökosystem zu befürchten.

Bei einem Lokalaugenschein, organisiert von der Initiativgruppe „Pro Seilbahn“ (Dorf Tirol), dem Heimatschutzverein Meran und AmUm MeranO im Rahmen der von der Alpenschutzkommission CIPRA getragenen Initiative „Alpen in Bewegung“ konnten sich die Teilnehmer ein genaues Bild von den mit dem Projekt verbundenen Landschaftseingriffen machen. Die Wanderung bot weiters die Gelegenheit für eine ausführlichen Austausch mit BM Christoph Pircher sowie mit fünf Bauern, die an der gesamten Wanderung und Abschlussdiskussion teilgenommen haben.

Wie Johannes Ortner vom Heimatschutzverein Meran unterstrich, würde die geplante Straße ein Herzstück des Wanderparadieses Texelgruppe durchschneiden und Tür und Tor für verschiedene Arten von motorisiertem Verkehr öffnen. Dabei könne die Erhaltung der Almwirtschaft im Spronser Tal auch mit anderen, schonenderen Mitteln erfolgen. Bei der Begehung sei den Teilnehmenden klar geworden, welche gravierende Eingriffe diese Straße mit hohen berg- und talseitigen Stützmauern und Lawinenschutzbauten in sehr steilem Gelände unterhalb der Bockerhütte mit sich bringen würde. Da 85 % aller Almen in Südtirol schon mit Fahrstraßen erschlossen sind, sollten derartige Projekte gerade im Naturpark unterbleiben.

Seilbahn als Alternative Modernisierung

Wie Hansjörg und Heinrich Vieider von der Initiativgruppe Pro Seilbahn (Dorf Tirol) betonten, gibt es zur Straße eine praktikable Alternative in Form der Modernisierung der bestehenden Materialseilbahn ohne wesentliche Landschaftseingriffe. Auch aus finanziellen Gründen (höherer Landesbeitrag möglich) als auch aus Klimaschutzgründen bei Bau und Betrieb von Straßen sei diese Lösung vorzuziehen.

Ingrid Karlegger von AmUm MeranO wies darauf hin, dass das Straßenbauprojekt außerdem in Quellhorizonte eingreifen würde, was die Trinkwasserversorgung sowohl von Dorf Tirol wie von Teilen Meran gefährden könnte.

Der Heimatpflegeverband Südtirol schließt sich allen Bedenken der örtlichen Umwelt- und Heimatschutzvereine an und fordert die Gemeinde Tirol auf, die gesamten Auswirkungen dieses Straßenprojekts und alle dahinterstehenden Interessen offenzulegen. Weiters sollen die voraussichtlichen Nutzen und Kosten des Straßenprojekts, des vorgeschlagenen Alternativprojekts Materialseilbahn sowie des Status Quo geklärt werden. Das Spronser Tal muss von einem derart ruinösen Eingriff unbedingt verschont bleiben, betont der Heimatpflegeverband.

 

Bezirk: Burggrafenamt

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