Von: luk
Bozen – Mehr als 13 Jahre nach dem tödlichen Rodelunfall eines 14-Jährigen in den Sextner Dolomiten ist das Zivilverfahren abgeschlossen. Die Mutter, zwei Schwestern und die Großeltern von Romano Campiti erhalten insgesamt 630.000 Euro Schadenersatz.
Der Jugendliche aus Rom war am 1. März 2012 auf der steilen Rodelpiste an der Rotwand in Fischleintal tödlich verunglückt. Er verlor die Kontrolle über seinen Schlitten, kam von der Bahn ab und prallte gegen einen Baum. Der 14-Jährige starb noch am Unfallort.
Das Landesgericht bestätigte nun die bereits im Strafverfahren festgestellte Verantwortung: Die Schuld wurde einem Skilehrer wegen mangelnder Aufsicht, einem Sicherheitsbeauftragten sowie der Betreibergesellschaft der Anlage wegen unzureichender Sicherung der Piste zugewiesen. Die Forderung nach zusätzlichem Schadenersatz für das Leiden des Jugendlichen vor seinem Tod wurde abgelehnt, da er laut Gutachten nahezu sofort das Bewusstsein verlor.
Die Entschädigungssumme verteilt sich auf 250.000 Euro für die Mutter, je 161.000 Euro für die beiden Schwestern sowie jeweils 58.000 Euro für die Großeltern. Das Urteil ist rechtskräftig, Berufungen wurden nicht eingelegt.
Vater erschießt vier Frauen
Claudio Campiti, der Vater des verunglückten 14-Jährigen, verübte im Dezember 2022 bei einer Eigentümerversammlung in Rom einen Amoklauf, der mit vier Todesopfern endete.
Das Leben von Campiti war nach der Trennung von seiner Ehefrau, dem Verlust seines Sohnes und dem Wegfall seines Arbeitsplatzes zunehmend aus der Bahn geraten.
Im Dezember 2022 eröffnete der Mann während einer Kondominiumssitzung das Feuer. Vier Frauen kamen ums Leben. Das Gericht verurteilte Campiti inzwischen rechtskräftig zu lebenslanger Haft.




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