Von: luk
Villnöss – Nach den Maßnahmen gegen den Selfie-Tourismus auf der Seceda in Gröden reagiert nun der nächste Dolomiten-Hotspot auf den zunehmenden Besucherandrang. Um den Autoverkehr zur bekannten Kirche von St. Magdalena in Villnöss am Fuße der Geisler einzuschränken, wurde der Zugang mit einer Schranke geregelt.
Die Gemeinde Villnöss will damit vor allem sogenannte “Fototouristen” bremsen, die kurz anreisen, ein Foto machen und sofort weiterfahren. Laut Bürgermeister Peter Pernthaler handle es sich dabei nicht um klassisches Overtourism, sondern um Tagesbesucher ohne Bezug zur Region. Zurück blieben häufig niedergetretene Wiesen, wild parkende Autos sowie Müll auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Auslöser für den starken Besucherzustrom war laut Gemeinde auch internationale Werbung. Während die Seceda durch eine Produktpräsentation eines Smartphones bekannt wurde, erlangte die Kirche von St. Magdalena internationale Aufmerksamkeit, nachdem sie in China auf Telefonkarten abgebildet worden war.

Bereits bisher war eine Schranke im Einsatz, die jedoch häufig umgangen wurde (im Bild). Künftig soll eine zweite Schranke installiert werden.
Freie Zufahrt haben nur noch Einheimische sowie Gäste der Beherbergungsbetriebe. Alle anderen Besucher müssen einen kurzen Fußweg in Kauf nehmen, was laut Gemeindeverwaltung eine abschreckende Wirkung haben soll. Zusätzlich werden die Parkkontrollen verstärkt und die Parkgebühren erhöht.
Das Villnößtal setze seit Jahrzehnten auf einen nachhaltigen Tourismus, betont der Bürgermeister. Die große Mehrheit der Urlaubsgäste verhalte sich korrekt. Die Maßnahmen richteten sich gezielt gegen den zunehmenden Kurzzeit-Fototourismus.




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