Waren die Beamten abgelenkt?

Geisterfahrer-Unfall: Handys von Carabinieri werden analysiert

Dienstag, 10. März 2026 | 07:58 Uhr

Von: luk

Bozen – Knapp neun Monate nach dem tödlichen Geisterfahrer-Unfall auf der Brennerautobahn A22 bei Bozen Süd nimmt die Staatsanwaltschaft zwei diensthabende Carabinieri genauer unter die Lupe. Konkret sollen nun die Mobiltelefone der beiden Ordnungshüter ausgewertet werden.

Die Smartphones waren bereits Ende Februar beschlagnahmt worden. Eine Auswertung der Daten war zunächst jedoch nicht erlaubt. Inzwischen hat das Überwachungsgericht grünes Licht gegeben: Die Geräte dürfen nun ausgelesen werden.

Die beiden Carabinieri standen in der Nacht auf den 15. Juni 2025 mit ihrem Streifenwagen im Bereich der Mautstelle Bozen Süd im Dienst. Bei dem Unfall kam der 24-jährige Tobias Tappeiner aus St. Pauls ums Leben. Eine Familie aus Vahrn, die mit ihrem Auto in Richtung Süden unterwegs war, wurde schwer verletzt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die beiden Beamten wegen des Verdachts, zur fahrlässigen Tötung sowie zur fahrlässigen schweren Körperverletzung beigetragen zu haben.

Im Zentrum der Ermittlungen steht die Frage, ob die Carabinieri den Unfall möglicherweise hätten verhindern können. Ein Carabiniere hatte sich zunächst dagegen gewehrt, die Daten seines Telefons herauszugeben. Nun soll überprüft werden, ob die beiden in der Unglücksnacht mit ihren Mobiltelefonen beschäftigt waren, statt das Geschehen im Bereich der Mautstelle im Auge zu haben.

Laut Aufnahmen von Überwachungskameras war Tappeiner zuvor gegen die Einbahn aus dem Parkplatz Firmian in Bozen Süd gefahren. Nach einigen Minuten Wartezeit durchbrach er mit seinem Pkw eine Schranke und fuhr als Geisterfahrer nordwärts auf die Südspur der A22 auf. Kurz darauf prallte er frontal mit dem Fahrzeug der Südtiroler Familie zusammen.

Bezirk: Bozen

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