Szene verlagert sich in Bozen an das sonnige Eisackufer

Drogen am Fahrradweg

Sonntag, 26. April 2026 | 10:05 Uhr

Von: luk

Bozen – Mit den steigenden Temperaturen kehrt in Bozen auch ein bekanntes Problem zurück: Entlang des Eisackufers entwickelt sich der Bereich zwischen der Loretobrücke und der sogenannten „Gelben Brücke“ am Zusammenfluss von Talfer und Eisack erneut zu einem Schwerpunkt des Drogenhandels in der Stadt.

In den Wintermonaten hatte sich die Szene stärker ins Stadtzentrum verlagert. Nun scheinen Dealer wieder vermehrt die Rad- und Fußwege entlang des Flusses zu nutzen, berichtet die Zeitung Alto Adige. Besonders der Abschnitt nahe der Loretobrücke gilt laut mehreren Beobachtungen als zentraler Umschlagplatz. Dabei findet dort nicht nur der Verkauf statt. Die Suchtmittel werden dort auch deponiert und versteckt.

Die Lage bietet aus Sicht der Täter klare Vorteile: eine schnelle Erreichbarkeit vom Verdiplatz, zahlreiche Fluchtmöglichkeiten sowie viele Verstecke in Form von Böschungen, Sträuchern und Gestein. Immer wieder wurden Personen dabei beobachtet, wie sie die Uferböschung hinabsteigen und Steine bewegen.

Alto Adige

Auch dichtes Gebüsch dient offenbar als Versteck, wenngleich diese leichter von Drogenspürhunden entdeckt werden können. In der Vergangenheit gelangen den Einsatzkräften dort bereits größere Sicherstellungen. So wurden Anfang März entlang des Talferufers mehrere Haschischpakete entdeckt und beschlagnahmt.

In den vergangenen Tagen haben die Behörden ihre Kontrollen entlang des Eisacks verstärkt. Besonders im Bereich der „Gelben Brücke“ zeigen verstärkte Polizeipräsenz und koordinierte Einsätze von Stadtpolizei, Staatspolizei, Carabinieri und Finanzpolizei Wirkung: Dealer wurden vorübergehend verdrängt.

Allerdings weichen diese zunehmend auf andere Abschnitte aus. So gilt etwa der Bereich nahe der Langerbrücke als neuer Treffpunkt. Auch rund um die Rombrücke bleibt die Lage angespannt, trotz kürzlicher Räumungsmaßnahmen. Dort wird nicht nur gehandelt, sondern auch offen konsumiert.

Besonders besorgniserregend ist laut Beobachtern die zunehmende Präsenz sehr junger Personen. Die Ermittlungsbehörden behalten die Entwicklung weiterhin genau im Auge.

Bezirk: Bozen

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