Von: mk
Bozen – Über 3.000 Angestellte der Provinz Bozen verdienen sich in Südtirol nach Feierabend etwas dazu. Während es für die meisten ein Zubrot bleibt, knacken Spitzenreiter die 100.000-Euro-Marke – und verdienen damit teils mehr als in ihrem eigentlichen Job.
Wer am Vormittag im Amt Dokumente stempelt, könnte nachmittags ein Ingenieursprojekt planen, einen Yoga-Kurs leiten oder abends im familieneigenen Gasthof hinter dem Tresen stehen. In Südtirol ist das keine Seltenheit: Die Zahl der Landesbediensteten, die eine genehmigte Nebentätigkeit ausüben, ist im Jahr 2024 auf über 3.000 angewachsen. Im Durchschnitt liegt das Nebeneinkommen bei etwa 5.000 Euro pro Jahr. Doch es gibt auch deutliche Ausreißer nach oben, berichtet der Corriere della Sera.
Das Gesetz lässt diese Nebenbeschäftigungen ausdrücklich zu, sofern sie genehmigt sind und die Ausübung des öffentlichen Dienstes nicht beeinträchtigen. Dass eine Nebentätigkeit weit mehr als nur ein Hobby sein kann, belegen die aktuellen Zahlen. Matthias Pallua, der sich nebenberuflich Bauingenieurwesen widmet, hat ein Zusatzeinkommen von 100.000 Euro erklärt. Florian Grossrubatscher arbeitet nebenberuflich in der Beherbergung und erklärte ebenfalls 100.000 Euro als Zusatzeinkommen.
Dicht dahinter folgen weitere Spitzenverdiener, die zwischen 70.000 und 74.000 Euro jährlich deklarieren. Besonders der Agrarsektor und der Tourismus erweisen sich dabei als besonders lukratives zweites Standbein für die Landesbediensteten.
Trotz dieser beeindruckenden Zahlen zeigt die Gesamtanalyse ein differenziertes Bild: Für rund zwei Drittel der 3.000 Betroffenen ist der Nebenjob tatsächlich nur ein kleines Plus in der Haushaltskasse. Das Nebeneinkommen, das im Schnitt bei etwa 5.000 Euro pro Jahr liegt, wird durch gelegentliche Lehraufträge, saisonale Aushilfen oder kleine Honorare erwirtschaftet, die weit hinter der Dimension einer „Zweitkarriere“ liegen.




Aktuell sind 7 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen