Südtiroler Baugewerkschaft kritisiert die Arbeitsbedingungen am Brenner

Tödlicher Unfall: “Es reicht mit Zwölf-Stunden-Schichten”

Dienstag, 03. November 2026 | 17:53 Uhr

Von: Sophia Molitor

Steinach – Nach dem jüngsten tödlichen Arbeitsunfall auf der österreichischen Baustelle des Brenner-Basistunnels in Steinach fordert die Südtiroler Baugewerkschaft Fillea Cgil eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Generalsekretär Marco Nardini kritisiert Schichten von bis zu zwölf Stunden und systematische Überstunden, die zu Übermüdung und nachlassender Aufmerksamkeit führen könnten. “Man kann hier nicht von einem tragischen Unglücksfall sprechen”, betont Nardini und verlangt, auch auf österreichischer Seite reguläre Acht-Stunden-Tage einzuführen.

Zudem bemängelt die Gewerkschaft unterschiedliche Sicherheitsstandards und Kontrollmöglichkeiten auf den beiden Seiten des Brenners. Während die Kontrollen der Subunternehmen auf italienischer Seite laut Nardini dazu beigetragen hätten, tödliche Unfälle zu verhindern, sei der Zugang zu den Beschäftigten auf österreichischen Baustellen erschwert. Die Betreibergesellschaft BBT SE und die zuständigen Institutionen sollen deshalb eine verbindliche grenzüberschreitende Koordination sicherstellen und einheitliche Arbeitsschutzstandards für alle Baulose durchsetzen.

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