Von: luk
Bozen – Der Drogenhandel in Bozen verändert sich: Statt klassischer Treffpunkte mit Dealern, die auf ihre Kunden warten, hat sich laut Finanzpolizei zunehmend ein mobiles System etabliert. Dealer bewegen sich häufig mit elektrischen Tretrollern durch die Stadt und liefern kleine Mengen direkt an Kunden.
Wie der Kommandant der Bozner Finanzpolizei-Einheit, Oberstleutnant Daniele Missiani, erklärt, hat sich die frühere „feste“ Drogenszene weitgehend aufgelöst. Heute gebe es eine Art „verstreuten Drogenmarkt“: Bestellungen werden über Messenger-Dienste abgewickelt, Treffpunkte kurzfristig vereinbart und die Übergabe erfolgt an wechselnden Orten, oft im Stadtzentrum.
Auch die Struktur hinter dem Geschäft ist klar organisiert, berichtet die Zeitung Alto Adige. Größere Mengen würden meist von Personen aus Albanien oder anderen Balkanstaaten beschafft. Sie stehen an der Spitze der Pyramide. Der Straßenverkauf ist hingegen überwiegend in den Händen von Dealern aus nord- und zentralafrikanischen Ländern. Zwischen einzelnen Gruppen komme es immer wieder zu Konflikten.
Die Ermittler beobachten zudem, dass Drogen stärker und gefährlicher geworden sind. So enthalte beschlagnahmte Produkte aus Cannabis heute deutlich höhere Wirkstoffkonzentrationen. Haschisch werde teilweise mit Ölen versetzt. Ziel sei es oft, Konsumenten von vermeintlich „leichteren“ Drogen schrittweise zu teureren Substanzen wie Kokain zu führen.




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