Auch Opfer in Bozen

Anklage gegen Betrügerbande: Mehr als 1.200 Seniorinnen abgezockt

Donnerstag, 30. Juli 2026 | 09:03 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Padua/Bozen – Die Finanzpolizei von Padua hat ihre Ermittlungen gegen eine mutmaßliche Betrüger- und Erpresserbande abgeschlossen, die mehr als 1.200 ältere Frauen in ganz Italien mit fragwürdigen Haustürgeschäften geschädigt haben soll. Die Staatsanwaltschaft hat nun für sechs Beschuldigte die Anklage beantragt.

Nach Angaben der Ermittler war die kriminelle Gruppe im Raum Padua verwurzelt, agierte jedoch italienweit – darunter auch in Bozen.

Die Täter sollen gezielt alleinstehende Seniorinnen, Hausfrauen und Pensionistinnen aufgesucht und sie unter Vorspiegelung angeblicher vertraglicher Verpflichtungen zum Kauf überteuerter Haushaltswaren gedrängt haben.

Verkauft wurden unter anderem Matratzen, Kochgeschirr, Bügeleisen, Sessel oder Magnettherapiegeräte zu Preisen zwischen 5.000 und 7.000 Euro. Die Käufe wurden meist über Konsumkredite finanziert. Wer sich weigerte, wurde laut den Ermittlern mit rechtlichen Schritten bedroht oder durch fingierte Telefonate zusätzlich unter Druck gesetzt. In mehreren Fällen kehrten die Verkäufer später zurück und drängten die Opfer zu weiteren Käufen.

Insgesamt wurden mehr als 1.200 Geschädigte in zahlreichen italienischen Provinzen ermittelt, darunter auch in Bozen. Die mutmaßlichen Täter sollen durch Preisaufschläge von bis zu 800 Prozent und Provisionen aus den Finanzierungen Millionen verdient haben. Bereits im Jänner waren fünf Verdächtige mit richterlichen Maßnahmen belegt worden, zudem wurden Vermögenswerte im Wert von rund 2,5 Millionen Euro sichergestellt, darunter Luxusuhren, Schmuck, Immobilien und hochwertige Fahrzeuge.

Die Ermittlungen begannen ursprünglich wegen auffälliger Unstimmigkeiten zwischen dem offiziell erklärten Einkommen der Verdächtigen und ihrem luxuriösen Lebensstil. Für die Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

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