Mehr Schwarzarbeit

Bedenklich: Italiens Schattenwirtschaft wächst auf 218 Mrd. Euro an

Sonntag, 18. Oktober 2026 | 08:13 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Rom – Die Schattenwirtschaft in Italien hat 2024 einen Wert von 218,2 Milliarden Euro erreicht. Besonders deutlich nahm die irreguläre Beschäftigung zu: Laut dem Statistikamt Istat stieg das Volumen der nicht regulären Arbeit um 4,6 Prozent auf umgerechnet 3,277 Millionen Vollzeit-Arbeitseinheiten.

Die nicht erfasste Wirtschaft legte gegenüber 2023 insgesamt um 0,3 Prozent zu. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt sank dennoch von 10,2 auf 9,9 Prozent. Der Grund: Die italienische Wirtschaftsleistung zu laufenden Preisen wuchs im selben Zeitraum um 3,2 Prozent und damit deutlich schneller. Die Schattenwirtschaft umfasst neben nicht vollständig gemeldeten wirtschaftlichen Tätigkeiten auch illegale Aktivitäten.

Den größten Anteil macht die sogenannte Schattenwirtschaft im engeren Sinne aus, die 198,4 Milliarden Euro erreichte. Darin enthalten sind unter anderem nicht vollständig deklarierte Einnahmen und irreguläre Beschäftigungsverhältnisse. Allein diese beiden Bereiche kamen zusammen auf 187,8 Milliarden Euro – ein Anstieg um 2,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Wert illegaler Aktivitäten sank hingegen auf 19,8 Milliarden Euro.

Besonders auffällig ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt: 2024 wurden laut Istat insgesamt 3,277 Millionen nicht reguläre Vollzeit-Arbeitseinheiten verzeichnet, 4,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 145.000 Einheiten. Rund 2,396 Millionen entfielen auf unselbstständig Beschäftigte. Bei ihnen nahm die irreguläre Arbeit um 5,4 Prozent zu, während sie bei Selbstständigen um 2,7 Prozent anstieg.

Die Zahlen beziehen sich auf Vollzeit-Arbeitseinheiten und nicht unmittelbar auf die Zahl der betroffenen Personen. Sie zeigen jedoch, dass Schwarzarbeit und nicht vollständig gemeldete Tätigkeiten weiterhin ein bedeutender Faktor der italienischen Wirtschaft sind. Die Folgen reichen von geringeren Steuereinnahmen und fehlenden Sozialversicherungsbeiträgen bis hin zu schlechteren Schutzbedingungen für Beschäftigte und Wettbewerbsnachteilen für Unternehmen, die ihre Verpflichtungen ordnungsgemäß erfüllen.

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