Haus voller Tradition

Dolomiten-Hotel wechselt Besitzer: Liz Taylor und Hemingway übernachteten dort

Samstag, 24. Oktober 2026 | 17:32 Uhr

Von: Matthias Knapp

Cortina d’Ampezzo – Bei einer der berühmtesten Adressen in den Dolomiten hat sich erst kürzlich ein Eigentümerwechsel vollzogen: Das historische Hotel de la Poste in Cortina d’Ampezzo hat seit 22. Oktober 2026 einen neuen Besitzer. Die Bologneser Industriellenfamilie Vacchi, Eigentümerin des Verpackungsgiganten Ima, erwarb das Traditionshaus von den Alt-Eigentümerfamilien Manaigo und Esposito über die Cortina Holding GmbH., eine Tochtergesellschaft der familieneigenen Holding Alva AG. Dem Verwaltungsrat, der das Hotel führen soll, sitzt Gregorio Minelli Vacchi vor, der Sohn von Alberto Vacchi, der als Ima-Präsident und Geschäftsführer die Geschicke des Unternehmens leitet.

Vom Posthaus zur Legende der Dolomiten

Das an der Piazza Roma gelegene Hotel gilt als das älteste im Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2026 und hat den Status von Cortina als „Königin der Dolomiten“ wesentlich mitgeprägt.

Im fernen Jahr 1804 erhielt der Postmeister Giuseppe Celestino Manaigo die Lizenz für eine Gaststätte auf den Ruinen der alten St.-Katharina-Kirche. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Haus zur Zuflucht für Prominente und den internationalen Jetset.

Sogar Hollywood-Größen wie Liz Taylor nächtigten im Hotel de la Poste. Weltliterat Ernest Hemingway hatte hier ein Stammzimmer und verfasste in Cortina erste Entwürfe zu seinem Roman „Über den Fluss und in die Wälder“. 1983 diente das Anwesen als Kulisse für den italienischen Kultfilm „Vacanze di Natale“.

Großprojekt: Wandel zum Fünf-Sterne-Luxushotel

Unter der Führung der neuen Eigentümer soll das Haus grundlegend saniert und als Fünf-Sterne-Luxushotel neu positioniert werden. Ziel ist es, den historischen Charakter mit modernem, internationalem Komfort zu verbinden.

Ein Kernpunkt der Umgestaltung ist im Prinzip die Reduzierung der Kapazität von derzeit 73 Hotelzimmer auf 55 großzügige Zimmer und Suiten. Neben zwei neuen Restaurants entstehen ein exklusiver Spa-Bereich sowie Veranstaltungsräume. Die legendäre „Bar del Posta“ bleibt hingegen erhalten und wird restauriert.

Für die Gäste und das Personal ändert sich vorerst nichts: Das Hotel bleibt bis zum offiziellen Baubeginn regulär geöffnet. Während das bestehende Team weiterbeschäftigt wird, begleitet der bisherige Miteigentümer Gherardo Manaigo die Übergangsphase aktiv. „Die Hotellerie verändert sich rasch. Für eine einzelne Familie wird der Wettbewerb zunehmend schwerer. Wir wollten die Geschichte unseres Hauses in Hände geben, die ihr neue Perspektiven bieten, ohne ihre Seele zu rauben“, so Manaigo über den Verkauf.

Über den Kaufpreis sowie den genauen Zeitplan für den Baubeginn vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Als Finanzpartner ist die Großbank UniCredit an Bord.

Kommentare

Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen