Von: Lukas Unterkofler
Limone/Brescia – Auf der viel befahrenen Westuferstraße am Gardasee könnte sich erstmals seit Langem etwas bewegen: Die lange angedachte Ausweichroute „Direttissima Tormini-Limone“ wurde in das regionale Mobilitäts- und Verkehrsprogramm der Lombardei aufgenommen.
Damit soll eine mögliche Alternativverbindung zur oft überlasteten Gardesana am Westufer genauer untersucht werden. Eine Entscheidung über den Bau ist damit allerdings noch lange nicht gefallen.
Eine Idee aus den 1960er-Jahren
Die Diskussion über eine Entlastungsstraße für die Westuferstraße reicht mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Bereits Anfang der 1960er-Jahre wurde eine alternative Straßenverbindung gefordert. Ein entsprechender Entwurf aus dem Jahr 1960 wird im Staatsarchiv von Brescia aufbewahrt.
Während die Gardesana auf weiten Strecken noch immer weitgehend dem Verlauf aus den 1930er-Jahren folgt, hat der Tourismus am Gardasee stark zugenommen: Die Zahl der Gäste stieg laut dem Bericht von fünf Millionen im Jahr 1990 auf 25 Millionen im Jahr 2025. Vor allem in der Urlaubssaison führt das zu einer erheblichen Belastung der Straße und der durchquerten Ortschaften.
Nun soll die Machbarkeit geprüft werden
Der erste institutionelle Schritt erfolgte im Regionalrat der Lombardei. Dort wurde ein Änderungsantrag des Lega-Politikers Floriano Massardi angenommen, der die Aufnahme des Projekts in das regionale Verkehrsprogramm vorsah. Die vorgesehene Verbindung zwischen Tormini und Limone soll nun als strategische Möglichkeit genauer geprüft werden.
Auch die Comunità Montana Parco Alto Garda Bresciano beschäftigt sich mit möglichen Streckenführungen und den technischen Voraussetzungen. Ihr Präsident Franceschino Risatti bestätigte, dass an einer Projektidee gearbeitet werde. Die Verkehrssituation sei eines der zentralen Probleme der Region.
Kosten und Streckenführung noch offen
Bis zu einer möglichen Umsetzung sind allerdings noch zahlreiche Fragen zu klären. Weder der genaue Verlauf noch die Kosten oder der Zeitplan stehen fest. Auch die technische Machbarkeit, die Umweltauswirkungen und die Vereinbarkeit mit dem Landschaftsschutz müssen untersucht werden.
Für ein Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung wären zudem Unterstützungsmaßnahmen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene notwendig. Die Aufnahme in den Verkehrsplan ist deshalb zunächst ein wichtiger Schritt in Richtung einer konkreten Prüfung – eine Garantie für den Bau der Straße gibt es noch nicht.
Für Anwohner, Pendler und Unternehmen am westlichen Gardasee bleibt die Hoffnung, dass nach Jahrzehnten der Diskussion eine Lösung für die chronisch überlastete Gardesana näher rückt.




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