Von: idr
Madonna di Campiglio – Im Juli des vergangenen Jahres löste Paolo Cappuccio einen Skandal aus, der ganz Italien empörte: Der neapolitanische Koch, der sich Mussolini und ein Hakenkreuz auf den Körper tätowieren ließ, suchte per Facebook-Post Personal für ein Vier-Sterne-Hotel im Trentino. Doch nicht jeder durfte sich bewerben: „Kommunisten/Faulenzer“ und „Menschen mit Alkohol-, Drogen- oder sexuellen Orientierungsproblemen“ waren explizit ausgeschlossen.
Sieben Monate später rudert Cappuccio zurück: „Angesichts der Reaktionen auf meinen Beitrag vom Juli, der enorme mediale Aufmerksamkeit erregte, halte ich es für angebracht und richtig, meine Ansichten klarzustellen“, schrieb er auf Facebook. Der Koch, der mit seinem Restaurant „La Casa degli Spiriti“ am Gardasee 2017 bei den Best Chef Awards auf Rang 149 landete, versicherte nun: „Ich habe meine Entscheidungen nie aufgrund politischer Überzeugungen oder gar der sexuellen Orientierung der Kandidaten getroffen.“
Der Ton von damals
Doch seine damaligen Worte sprechen eine andere Sprache: „Ich hatte Mitarbeiter, die nicht heterosexuell waren und ihren Lebensstil übertrieben zur Schau stellten, bis hin zur Belästigung“, hatte Cappuccio im Juli erklärt. Es sei zu Problemen, Streitereien und Beleidigungen in der Küchenbrigade gekommen. Seine Lösung: Homosexuelle vom Bewerbungsprozess ausschließen.
Sein kürzlicher Rückzieher dagegen klingt halbherzig: „Angesichts der Reaktionen, die entstanden sind, ist mir bewusst, dass ich meine Gedanken möglicherweise nicht sehr klar ausgedrückt habe, und ich entschuldige mich daher bei allen, die sich durch meine Aussagen in irgendeiner Weise beleidigt gefühlt haben.“
Bereits 2025 hatte er nach dem ersten Shitstorm behauptet, es handle sich um einen „Ausbruch mentaler Erschöpfung“. Eine erneute Einordnung der Dinge, in welchem Punkt man ihn nun falsch verstanden habe, gibt es nicht. Was wirklich hinter dem Rückzieher steckt – möglicherweise die Auswirkungen der schlechten Presse – bleibt offen.




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