Von: APA/dpa
Italien hat nach einer chaotischen Suche einen neuen, alten Fußball-Nationaltrainer. Nach drei Jahren in Saudi-Arabien und Katar kehrt Roberto Mancini zurück. Der 61-Jährige hatte Italien 2021 zum EM-Titel geführt. Er soll die “Squadra Azzurra”, die bereits dreimal hintereinander bei einer WM nicht dabei war, nun wieder in Form bringen. Die Bestellung von Mancini teilte der Präsident des italienischen Fußballverbands, Giovanni Malago, am Dienstag in Rom mit.
Der Posten des “Commissario Tecnico” war bereits seit Anfang April vakant. Damals musste der bisherige Nationalcoach Gennaro Gattuso zurücktreten, nachdem der vierfache Weltmeister in der WM-Qualifikation an Bosnien-Herzegowina gescheitert war. Die intensive Suche nach einem Nachfolger begann dann vor einigen Wochen. In den vergangenen Tagen entwickelte sich die Angelegenheit jedoch zum Chaos.
Ranieri Kandidat für Amt als Technischer Direktor
Erst am Dienstag wies Giorgio Chiellini Spekulationen über einen Wechsel zum italienischen Verband als Technischer Direktor zurück. “Ich möchte klarstellen, dass ich mit meiner Rolle bei Juventus glücklich bin”, sagte der frühere Nationalspieler. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler arbeitet als Manager bei seinem früheren Verein Juventus Turin. An der Seite Mancinis soll nun der frühere Trainer der AS Roma, Claudio Ranieri (74), neuer Technischer Direktor werden.
Das Bemühen um Starcoach Pep Guardiola war davor ebenso ins Leere gelaufen wie jenes um Carlo Ancelotti (Brasilien). Die Alternative Andrea Pirlo wurde wegen der Zusammenarbeit des früheren WM-Siegers mit einem russischen Wettanbieter verworfen. Infolge des Scheiterns des Engagements von Pirlo traten wiederum die erst vor gut zwei Wochen verpflichteten Sportdirektoren Paolo Maldini und Leonardo zurück.
Verbandschef im Kreuzfeuer der Kritik
Der ebenfalls erst seit gut einem Monat amtierende Verbandspräsident Malago ist mittlerweile ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. “Italien muss neu gegründet werden”, kommentierte die Gazzetta dello Sport das Geschehen. Begleitet wurde die Trainersuche von einem öffentlichen Schlagabtausch zwischen Sportminister Andrea Abodi und Malago. Abodi bescheinigte dem Verbandschef, dieser gebe eine “unschöne Figur” ab. Malago konterte, nicht jeder könne über Fehler anderer urteilen.
Mancini war bereits Nationaltrainer von 2018 bis 2023. Sein Ruf in der Heimat leidet allerdings bis heute darunter, dass er sich vor drei Jahren trotz bestehenden Vertrages plötzlich als Nationaltrainer nach Saudi-Arabien verabschiedete – angeblich mit einem Vierjahresvertrag für 25 Millionen Euro pro Saison. Er blieb jedoch nur etwas mehr als ein Jahr. Dann wechselte er nach Katar zum Verein Al-Sadd.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen