Von: Martin Geier
Cortina d’Ampezzo – Die Nationale Agentur für Flugrettungssicherheit (ANSV) will die Ereignisse vom Samstag, dem 22. August, aufklären, als während eines Einsatzes ein Arzt und eine verletzte Person auf einer Trage abgerutscht und mehrere Meter in die Tiefe gestürzt waren.
Die ANSV nimmt den Unfall des Rettungshubschraubers am Falzarego genau unter die Lupe. Die für Flugsicherheit zuständige Agentur hat eine Untersuchung zu den Ereignissen vom vergangenen Samstag eingeleitet, nachdem während eines Rettungseinsatzes an den Falzarego-Türmen bei Cortina ein Arzt und eine auf einer Trage angeschnallte Patientin abgerutscht und mehrere Meter abgestürzt waren.
Es war Samstag, der 22. August, 10.30 Uhr. Ein strahlend sonniger Tag mit klarem Himmel – perfekt für einen Ausflug in die Dolomiten. Aus dem Gebiet der Falzarego-Türme, die in der Nähe des gleichnamigen Dolomitenpasses liegen, wurde ein Notruf abgesetzt, in dem es um eine verletzte Wanderin ging. Der Hubschrauber des Suem hob ab und eilte ihr zu Hilfe. Das medizinische Personal wurde aus dem Hubschrauber abgelassen. Die Verletzte wurde auf die Trage geladen und ihr Zustand untersucht, der nicht besonders schwerwiegend war. Der Hubschrauber bleibt weiter oben, da der Einsatzort in unwegsamem Gelände liegt. Doch dann kommt es zu einem Zwischenfall: Der Notarzt und die Trage samt der jungen Frau rutschen ab und stürzen einige Meter in die Tiefe.

In der Folge leitete die Nationale Agentur für Flugrettungssicherheit (ANSV) eine Untersuchung des schwerwiegenden Vorfalls ein. Ziel ist es, die genaue Dynamik zu rekonstruieren, um ähnliche Unfälle in Zukunft zu vermeiden.
Denn – um Missverständnissen vorzubeugen – die Folgen dieses Zwischenfalls sind bereits überstanden. Zum Glück hatte der Zwischenfall keine schweren Verletzungen zur Folge, sondern nur einen großen Schrecken im ersten Moment. Dennoch ist eine genaue Analyse der Ursache richtig und wichtig – weniger zur Ermittlung von Verantwortlichkeiten, sondern vielmehr als Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahme für all jene, die unter den schwierigen Bedingungen, wie sie an Bord eines Rettungshubschraubers herrschen, im Einsatz sind.
In einer Mitteilung der Flugsicherheitsbehörde heißt es: „Nach dem Vorfall vom 22. August am Falzarego-Pass, bei dem ein Hubschrauber des Typs BK117D-2 mit der Kennung I-SLND während eines HEMS-Einsatzes beteiligt war, hat die ANSV eine Sicherheitsuntersuchung eingeleitet.“ Trotz der bürokratischen und sachlichen Sprache versucht die Behörde, ein Bild des Unfalls zu zeichnen.
Dabei beschreibt sie auch das, was auf einigen Videos zu sehen ist, die in den unmittelbar folgenden Stunden in den sozialen Medien veröffentlicht wurden. „Aus noch zu klärenden Gründen scheint es, als habe der Rotorstrom dazu geführt, dass der Arzt und die Trage mit der Verletzten das Gleichgewicht verloren, während sie sich noch am Boden befanden und kurz davor standen, mit der Winde an Bord gehoben zu werden.“
Die ANSV scheint also direkt auf die Ursache-Wirkungs-Beziehung einzugehen. Demnach habe die vom Hubschrauberrotor verursachte Luftverwirbelung die Trage und den Arzt aus dem Gleichgewicht gebracht, sodass sie einige Meter in die Tiefe stürzten. Es gibt keine Hinweise auf andere auslösende Faktoren, wie beispielsweise von oben herabfallende Felsbrocken oder Steine.
Wie bereits erwähnt, hatte der Unfall glücklicherweise keine schwerwiegenden Folgen. Der Notarzt konnte wenige Stunden nach dem Unfall mit verschiedenen Schürfwunden nach Hause entlassen werden. Die 25-jährige Wanderin aus Venedig, der der Einsatz galt, trug vom Absturz der Bahre offenbar keine weiteren Verletzungen davon, abgesehen von denen, die den Rettungseinsatz erforderlich gemacht hatten.
Dennoch hat der Vorfall für beide einen ordentlichen Schreck gesorgt.




Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen