Eltern unter Schock

Neunjähriges Mädchen ertrinkt im Comer See

Mittwoch, 22. Juli 2026 | 08:37 Uhr

Von: mk

Como – Ein Sprung ins Wasser des Comers See wurde für eine Familie aus Marokko zu einem Alptraum. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, ist ein neunjähriges Mädchen ertrunken. Polizei und Einsatzkräfte der Feuerwehr patroullierten am Dienstagnachmittag und suchten das Gewässer ab. Am späten Abend wurde der leblose Körper gefunden.

Der Vorfall hat sich direkt in Como vor dem “Tempio Voltiano”, dem Museum zum Gedenken an Alessandro Volta, zugetragen, wo sich die Familie aufhielt, wie die Nachrichtenagentur Ansa schreibt.

Die neunjährige Tochter ist demnach dort ins Wasser gesprungen und nicht mehr aufgetaucht. Der Vorfall soll sich an einer Stelle ereignet haben, an der ein Badeverbot herrscht und bereits mehrere Personen in der Vergangenheit ertrunken sind.

Die Familie des Mädchens war aus Marokko angereist, um Verwandte zu besuchen, die in der Nähe von Monza leben.

Zum Unglück war es gegen 15.00 Uhr gekommen: Vermutlich von einer tückischen Unterströmung erfasst, verschwand das Mädchen plötzlich spurlos im See. Weder die Cousinen und Cousins der Neunjährigen, die sich direkt neben ihr im Wasser befanden, noch die nur wenige Meter entfernt am Ufer stehenden Erwachsenen bemerkten das Verschwinden rechtzeitig. Eine zufällig vorbeifahrende Polizeipatrouille reagierte auf die Verzweiflung der Eltern und löste umgehend Alarm aus.

An der Suche auf dem See beteiligten sich Bootseinheiten der Finanzpolizei. Später stießen spezialisierte Taucherstaffeln der Feuerwehr hinzu, die per Hubschrauber direkt aus Turin eingeflogen wurden, sowie ein einsatzbereiter Notarzthubschrauber.

Erst in den späten Abendstunden endete die dramatische Suche. Die Taucher bargen den leblosen Körper des Mädchens, das im kommenden Monat seinen zehnten Geburtstag gefeiert hätte. Die zutiefst geschockten Eltern wurden zur Betreuung ins Polizeipräsidium gebracht.

Für die Stadtbewohner von Como bricht damit ein alter Albtraum nach zwei ruhigen Sommern wieder auf. Zwischen 2017 und 2023 kamen an genau diesem Uferabschnitt acht Menschen ums Leben – allesamt junge Urlauber aus dem Ausland.

Der Grund für die hohe Gefahr liegt in der trügerischen Topografie des Seegrunds: Auf den ersten zwei Metern fällt der Boden scheinbar sanft ab und erweckt den Eindruck einer sicheren Flachwasserzone. Doch direkt danach bricht der Untergrund abrupt ab und stürzt steil in die Tiefe, was vor allem für Nichtschwimmer zu einer tödlichen Falle werden kann.

Obwohl die Stadtverwaltung im Laufe der Jahre Dutzende Warnschilder aufgestellt hat, um auf das strikte Badeverbot hinzuweisen, verwandeln täglich hunderte Touristen – fast ausschließlich Fremde – den Uferstreifen in eine Art illegalen Badestrand. Den Ordnungskräften gelingt es vor allem an sonnigen Tagen kaum, den Zugang zum Wasser zu unterbinden.

Der Grund für den Andrang: Es handelt sich um den einzigen Uferabschnitt im ersten Seebecken, an dem der Zugang zum Wasser kostenlos und frei zugänglich ist – im Gegensatz zu den drei gebührenpflichtigen Strandbädern in der Nähe.

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