Von: Lukas Unterkofler
Piemont – Die anhaltende Trockenheit verschärft die Wasserkrise in der norditalienischen Region Piemont. In mehr als 70 Gemeinden und Ortsteilen sind die Wasserleitungen inzwischen trocken. Tausende Menschen sind auf die Versorgung durch Tanklastwagen angewiesen.
Seit Beginn der Notlage wurden bereits 581 Fahrten mit Wassertransportern durchgeführt. Die Kosten für die Notversorgung belaufen sich auf mehr als 400.000 Euro. Besonders betroffen sind kleinere Ortschaften in den Provinzen Alessandria, Asti, Cuneo, Turin, Biella und Verbano-Cusio-Ossola.
Nach Angaben der Region sind die Niederschläge in den vergangenen drei Monaten um 55 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sorgten außergewöhnlich hohe Temperaturen für eine starke Verdunstung. Die Wasserreservoirs in den Bergen befinden sich auf historischen Tiefstständen, die verbliebenen Schneereserven sind nahezu vollständig verschwunden. Auch der Po führt deutlich weniger Wasser: Am Pegel Isola Sant’Antonio liegt das Defizit bei bis zu 75 Prozent.
Zahlreiche Gemeinden haben den Wasserverbrauch bereits eingeschränkt. Verboten sind unter anderem das Bewässern von Gärten, das Waschen von Fahrzeugen und das Auffüllen privater Pools. Die Bevölkerung wird aufgerufen, Trinkwasser nur für notwendige Zwecke zu verwenden.
Die Regionalregierung hat inzwischen die Einleitung des regionalen Notstandsverfahrens beschlossen. Damit sollen zusätzliche Mittel freigemacht, der Zivilschutz besser koordiniert und Sofortmaßnahmen beschleunigt werden.
Auch die Landwirtschaft leidet zunehmend unter der Dürre. Vor allem Reis-, Mais- und Sojakulturen sind durch den Wassermangel gefährdet. Für viele betroffene Gemeinden bleibt die Versorgung mit Trinkwasser vorerst von den täglichen Einsätzen der Tanklastwagen abhängig.




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