Initiative der Gruppe "Venice4Palestine" stößt auf Resonanz

Politik im Fokus vor Eröffnung der Filmfestspiele Venedig

Montag, 31. August 2026 | 10:39 Uhr

Von: importer

Wenige Tage vor Beginn der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig am Mittwoch (2. September) sorgt die internationale Politik für Diskussionen. Im Mittelpunkt steht vor allem der israelisch-palästinensische Konflikt. Das Festival dauert bis 12. September.

Festivaldirektor Alberto Barbera hatte die diesjährige Ausgabe als “Spiegel der Gegenwart” angekündigt. Entsprechend dürften politische Themen auch bei Pressekonferenzen und öffentlichen Auftritten eine wichtige Rolle spielen. In diesem Zusammenhang hatte kürzlich die Absage der traditionelle Eröffnungspressekonferenz der Jury für Aufregung gesorgt. Sie wird nun doch stattfinden. Zuvor war gemunkelt worden, die Streichung habe mit den zuletzt politisch sehr aufgeladenen Eröffnungspressekonferenzen bei Filmfestivals zu tun. Die Pressestelle in Venedig widersprach und führte Terminkollisionen ins Treffen.

Für Aufmerksamkeit sorgt unter anderem schon die Besetzung der internationalen Jury unter Vorsitz der US-Regisseurin und Schauspielerin Maggie Gyllenhaal. Der Jury gehört auch die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania an. Sie hatte im vergangenen Jahr mit ihrem Film “The Voice of Hind Rajab” für Aufsehen gesorgt. Der Film erzählt die Geschichte eines palästinensischen Mädchens, das im Jänner 2024 während des Gaza-Krieges in einem Auto ums Leben kam.

Initiative der Gruppe “Venice4Palestine” stößt auf Resonanz

Auch eine neue Initiative der Gruppe “Venice4Palestine” stößt auf Resonanz. Hunderte Filmschaffende und Künstler, darunter Annie Ernaux, Roger Waters und Matteo Garrone, haben einen Appell unterzeichnet. Darin werden konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Palästinenser gefordert. Unter anderem wird die Biennale aufgefordert, während des Festivals die palästinensische Flagge zu zeigen.

Im Programm sind zwei palästinensische Filme präsent. “Al Mowaten Osama” von Ahmed Hassouna läuft außer Konkurrenz, “Hiwar ma’ albahr” von Muayad Alayan in der Sektion Spotlight. Auch im Wettbewerb wird der Gaza-Krieg thematisiert: Der Dokumentarfilm “Naza” von Yuval Abraham und Rachel Szor beschäftigt sich mit der Situation im Gazastreifen. Beide Regisseure waren bereits an dem Dokumentarfilm “No Other Land” beteiligt, der 2025 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

Für Spannungen sorgt zudem ein russischer Film. Der Regisseur Ilya Khrzhanovsky gilt als Dissident und steht in Russland auf der Liste der sogenannten “ausländischen Agenten”. Sein monumentaler Film “Dau” wurde von der ukrainischen Regierung kritisiert, die seine Aufnahme in den Wettbewerb attackiert hatte. Die Biennale verteidigte die Entscheidung und bezeichnete “Dau” als Anklage gegen jedes totalitäre System.

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