Fünf Mal so groß wie aktuell - Legambiente bestraft Vorhaben mit „Schwarzer Flagge“

Sauna und Wellness: Dolomitenhütte soll massiv erweitert werden

Montag, 22. Juni 2026 | 11:37 Uhr

Von: luk

Fassatal – Eine geplante Erweiterung der Buffaure-Hütte im Fassatal inmitten imposanter Dolomitengipfel sorgt für Kritik von Umweltschützern.

Die Umweltorganisation Legambiente hat dem Projekt eine „Schwarze Flagge“ verliehen und spricht von einem Symbol für die zunehmende touristische Übernutzung der Alpen.

Die auf 2.050 Metern Höhe gelegene Hütte oberhalb von Pozza di Fassa soll nach den vorliegenden Plänen grundlegend umgebaut und deutlich vergrößert werden. Vorgesehen ist eine Erweiterung des Bauvolumens um rund 450 Prozent.

Entstehen sollen unter anderem ein vierstöckiges Gebäude, Wellnessbereiche, fünf Suiten mit privater Sauna, zusätzliche Mitarbeiterunterkünfte sowie ein Restaurant mit 120 Sitzplätzen und eine Terrasse für 150 Gäste. Geplant ist zudem eine Tiefgarage für Pistenfahrzeuge und weitere Arbeitsgeräte.

Legambiente kritisiert insbesondere die geplante Abtragung der bisherigen Holzhütte in traditioneller Bauweise sowie die Größe des Neubaus. Die Organisation sieht darin einen Widerspruch zu den Bemühungen, den zunehmenden Tourismusdruck in den Alpen einzudämmen. Das Projekt stehe nicht für eine „maßvolle Gastfreundschaft“ im Gebirge, sondern für eine weitere Intensivierung touristischer Nutzung.

Die Betreiber weisen die Vorwürfe zurück. Eigentümer Mattia Rasom betont, dass die Hütte bereits heute über vier Ebenen verfüge und ein großer Teil der zusätzlichen Kubatur unterirdisch entstehen werde. Die Zahl der Restaurantplätze steige lediglich von 100 auf 120. Ziel sei es, den Komfort für Familien und Tagesgäste zu verbessern. Die Hütte bleibe weiterhin ausschließlich zu Fuß, mit Skiern oder über die Aufstiegsanlagen erreichbar.

Nach Angaben des Betreibers beläuft sich die Investition auf mehr als fünf Millionen Euro. Die Autonome Provinz Trient beteiligt sich mit einem Beitrag in Höhe von 20 Prozent der Gesamtkosten.

Mit dem Bau wurde bislang noch nicht begonnen. Laut der Gemeinde San Giovanni di Fassa fehlen noch einige Unterlagen für die endgültige Baugenehmigung. Die notwendigen politischen und verwaltungstechnischen Zustimmungen für die Ausnahmegenehmigung liegen jedoch bereits vor. Damit dürfte dem umstrittenen Großprojekt grundsätzlich nichts mehr im Wege stehen.

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