„Es waren 45 Minuten voller Angst“

Schweres Unwetter in Norditalien fordert ein Menschenleben

Montag, 23. Juni 2025 | 11:42 Uhr

Von: idr

Biella – Das Piemont hat erneut unter den Folgen eines schweren Unwetters gelitten, das am späten Samstagnachmittag mehrere Provinzen in seiner Gewalt hatte. Starke Windböen, heftige Regenfälle und Hagel verursachten erhebliche Schäden in den Bereichen Biellese, Vercellese, Cuneese und Alessandrino. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt und blockierten Straßen, was zu massiven Verkehrsunterbrechungen führte.

Besonders betroffen war die Gegend zwischen Biellese und Vercellese, wo viele Gemeinden für Stunden ohne Strom waren. In Cossato, nahe der Grenze der beiden Provinzen, wurde das Dach einer Schule beschädigt, und ein umgestürzter Baum zerstörte das Dach des lokalen Pro Loco-Gebäudes. Feuerwehrleute waren in dieser Region insgesamt mehr als sechzig Mal im Einsatz.

In Trino wurden aufgrund eines abgerissenen Daches, das auf nahegelegene Häuser stürzte, wichtige Straßen gesperrt, und der kommunale Friedhof musste ebenfalls aufgrund von Dachsperrungen vorübergehend geschlossen bleiben. Die überschwemmten Straßen in San Germano verursachten in den landwirtschaftlichen Betrieben enorme Schäden, da viele Dächer von den kräftigen Windböen abgedeckt wurden. Bürgermeister Gianni Mentigazzi kommentierte die dramatische Lage: „Es waren 45 Minuten voller Angst.“

Ein tragisches Ereignis war der Tod eines 63-jährigen niederländischen Wanderers, dessen Leiche nach mehreren Tagen der Suche von Rettungsteams des alpinen Notdienstes sowie der Finanzpolizei im Soana-Tal entdeckt wurde.

Die Rettungskräfte kämpften die gesamte Nacht hindurch mit den Folgen des Unwetters. Mehr als 200 Einsätze wurden in der Region Alessandrino durchgeführt, insbesondere um umgestürzte Bäume zu entfernen und Überschwemmungen zu bekämpfen. Auch der Verkehr in den betroffenen Gebieten litt enorm, da Autos in Überschwemmungen stecken blieben und Aufzüge blockiert waren. Die Stromversorgung und die Wasserversorgung in Casale wurden nach einer kurzen Unterbrechung ebenfalls wiederhergestellt.

In Cuneo sorgte der starke Wind dafür, dass das Theater Toselli beschädigt wurde, als Wasser in den Bühnenbereich eindrang, was zu einer kurzen Unterbrechung der Veranstaltung führte. Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, sowie der regionale Beauftragte für Zivilschutz, Marco Gabusi, bedankten sich bei den Kommunalpolitikern, Feuerwehrleuten, Freiwilligen und dem Personal von Enel für ihren unermüdlichen Einsatz zur Wiederherstellung der Normalität

Der regionale Wetterdienst Arpa Piemonte gab an, dass in den kommenden Wochen immer wieder zu leichten Regenfällen kommen kann, jedoch das Wetter in den nächsten Tagen wieder wärmer werden soll. Weitere Unwetter sind vorerst nicht angekündigt.

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