Von: Matthias Knapp
San Cataldo – Zwei Schwestern im Alter von acht und zwölf Jahren sind in San Cataldo auf Sizilien als vermisst gemeldet worden und erst nach rund 21 Stunden unter mysteriösen Umständen wieder aufgetaucht.
Laut Vermisstenanzeige waren die Mädchen zuletzt am Freitagabend gegen 20.00 Uhr im Zentrum des Städtchens in der Provinz Caltanissetta gesehen worden. Die Suchaktion nahm mehrere Stunden in Anspruch. Erst am Samstag entdeckten zwei Freiwillige des Zivilschutzes die beiden Mädchen in einem Geschäft, das von chinesischen Staatsbürgern geführt wird. Die Staatsanwaltschaft von Caltanissetta hat eine Untersuchung in die Wege geleitet und die Beschlagnahme des Geschäfts angeordnet, damit die Spurensicherung mögliche Beweise sicherstellen kann.
Alessandro Costanza, der Vater der beiden Mädchen, hatte sich am Samstag an die Carabinieri gewandt, nachdem die Schwestern nicht mehr aufgetaucht waren. Die Familie hatte zuvor auch einen Appell in den sozialen Medien lanciert und die Bevölkerung darum gebeten, Ausschau nach den beiden Mädchen zu halten.
„Ich habe den Mädchen gesagt, dass ich gemeinsam mit meinem zehnjährigen Sohn Brot einkaufen gehe und dass wir uns zu Hause treffen“, erklärte der Vater italienischen Medien gegenüber. Doch dort sind die beiden Schwestern nie angekommen.
Laut den Behörden waren die Mädchen wohlauf, als sie entdeckt wurden. Sie sollen die ganze Nacht bis am Samstagnachmittag in dem Geschäft verbracht haben. „Wir haben mit einigen Anrainern im Viertel gesprochen. Dann haben wir die Gegend durchforstet und die Mädchen schließlich gefunden. Man hat uns lediglich gesagt, dass es den Mädchen gut gehe und dass sie in der Nacht im Inneren des Geschäfts geschlafen haben“, erklärten die Freiwilligen.
Die Umstände, wie es dazu kommen konnte, bleiben unterdessen unklar. Ob die Mädchen niemand bemerkt hat, als das Rollgitter heruntergelassen wurde, ob sie sich absichtlich versteckt haben oder ob möglicherweise doch etwas anderes dahintersteckt, scheint derzeit nicht festzustehen.
Wie der Vater der Mädchen Medien gegenüber mitteilte, lebt er von seiner kolumbianischen Ehefrau getrennt. Neben den beiden Schwestern hat er mit der Frau vier weitere Kinder, für die ihm das alleinige Sorgerecht übertragen wurde.




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