Ärger an der Schranke

Verwirrung um Zugang zu Dolomiten-Juwel für Schüler

Samstag, 14. März 2026 | 07:45 Uhr

Von: mk

Auronzo – Ein Schulausflug zur Auronzo-Hütte am Fuße der Drei Zinnen hat zu einem öffentlichen Aufschrei und viel Verwirrung geführt. Glücklicherweise konnte das Missverständnis geklärt werden. Daniela Mangiola, Leiterin der Kulturkommission im italienischen Alpenverein CAI der Zweigstelle in Belluno, hatte sich über Mautgebühren bekagt, die sie im vergangenen Oktober an der Schranke zu dem Bergjuwel in den Dolomiten habe zahlen müssen – ein Fall, der in ihrer Laufbahn bislang noch vorgekommen war.

Seit mindestens zehn Jahren organisiert Mangiola für den CAI Ausflüge mit Schulen aus Belluno zu den Drei Zinnen – manchmal mit Übernachtung in der Auronzo-Hütte. Aufgrund des Bildungsauftrags durften Busse mit Schülern bislang immer gratis die Schranke passieren.

Somit war sie auch im Oktober davon ausgegangen, dass der Aufstieg den Alpenverein auch in diesem Fall nichts kosten würde. Aber falsch gedacht: Die Klassen fuhren am 2. und 9. Oktober in zwei Reisegruppen zu den Drei Zinnen hinauf, doch die zweite Gruppe wurde am Ausgang der Schranke festgehalten, bis Mangiola die veranschlagte Maut bezahlt hat.

Bislang habe die Gemeinde angesichts des Bildungszwecks das Recht auf freien Zugang gewährt. Doch nun hätten sich die Dinge wohl geändert, erklärte die Kulturleiterin öffentlich. Dummerweise ist ihr in der Kommunikation dabei ein Fehler unterlaufen, der zusätzlich für Verwirrung sorgte. Ursprünglich hatte sie erklärt, dass sie für 40 Schüler rund 600 Euro bezahlt habe.

Angesichts der stolzen Summe wurde die Zuständigen in der Gemeindeverwaltung von Auronzo stutzing und leiteten darauf eine Untersuchung ein und siehe da – es stellte sich heraus, dass es nur 160 Euro waren. Tourismusreferent Roberto Pais Bianco, der sich über die genannte Summe stark gewundert hatte, nahm umgehend Kontakt mit Abaco AG auf, die den Parkplatz betreibt. Das Ergebnis der Prüfung ist eindeutig: Ein Ticket über 600 Euro hat es nie gegeben. Tatsächlich wurde für den Reisebus der reguläre Tarif von 160 Euro entrichtet.

„Es tut mir leid, dass überhaupt eine Gebühr bezahlt wurde, da wir Schulen bei Bildungsreisen seit jeher entgegenkommen und freien Eintritt garantieren“, erklärt Bianco laut italienischen Medienberichten. Aber die Zahl von 600 Euro sei schlichtweg falsch und habe ein unverdient negatives Licht auf die Gemeindeverwaltung geworfen.

Nachdem sie mit den Fakten konfrontiert wurde, ruderte auch Mangiola öffentlich zurück. Sie gab zu, die von ihr genannte Summe sei tatsächlich falsch gewesen. „Ich entschuldige mich aufrichtig dafür“, so Mangiola. Der Irrtum sei wohl dadurch entstanden, dass sie im Geiste bereits die Gesamtkosten für drei bis vier geplante Exkursionen addiert habe, anstatt den Betrag des einzelnen Belegs zu prüfen.

Zwar wurde im Oktober aufgrund eines Kommunikationsfehlers zwischen dem Veranstalter und der Mautstelle der reguläre Bustarif abgerechnet, doch eine Abzocke gab es demnach nicht.

Nachdem das Missverständnis aus der Welt geschafft worden war, führte der Zwischenfall dennoch zu einem guten Ende. Für die Zukunft versichert die Gemeinde Auronzo nämlich erneut: Der Bildungsauftrag steht an erster Stelle – Schulklassen wandern zu den Drei Zinnen mautfrei.

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