Von: mk
Bozen – Der Agrar- und Forstbericht dient als umfassende Bestandsaufnahme und strategisches Planungsinstrument, er liefert die datenbasierte Grundlage für politische Maßnahmen in Südtirol, um gezielt auf klimatische Herausforderungen, den Schutz der Berglandwirtschaft und die Stärkung des ländlichen Raums zu reagieren. Insgesamt, fasste Landwirtschafts- und Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher zusammen, “war das vergangene Jahr ein positives Jahr für die Land- und Forstwirtschaft, dies ist sowohl dem Einsatz und dem Fleiß der Bäuerinnen und Bauern zu verdanken wie auch allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Abteilungen und Einrichtungen, die an der Erstellung des Agrar- und Forstberichts mitgewirkt haben”.
Die neueste Ausgabe dieses Kompendiums wurde von Vertretern aller Bereiche am 21. Juli vorgestellt. Im ersten Teil werden Fokus-Themen aus dem Jahr 2025 vorgestellt: 50 Jahre Versuchszentrum Laimburg und 30 Jahre Waldarbeitskurse in der Forstschule Latemar, die Wiedereinführung der Weideprämie und die Fortschritte im Bereich des Wildtiermanagements. “Mit dem Agrar- und Forstbericht liegen uns Statistiken vor, aus denen ersichtlich wird, wo politische Maßnahmen gesetzt werden sollen”, unterstrich Landesrat Walcher: “Der Agrar- und Forstbericht ist die Grundlage für zukünftige Entscheidungen.”
Ressortdirektor Ulrich Höllrigl ging, auch in seiner Funktion als geschäftsführender Direktor der Abteilung Landwirtschaft, auf die Wiedereinführung der Weideprämie ein: Diese unterstützt eine Form der Tierhaltung, die Tierwohl, Landschaftspflege und nachhaltige Almbewirtschaftung miteinander verbindet. Es ist auch eine wichtige Maßnahme, um die Viehzucht gezielt zu fördern. 2026 gab es bislang 4844 gültige Ansuchen, circa 43.000 Tiere auf 1335 Almen, 41.500 Rinder und 1500 Pferde.
Der stellvertretende Direktor der Landesabteilung Forstdienst Emilio Dallagiacoma legte die Arbeiten in Regie der Forstbehörde dar. Diese umfassen zahlreiche Maßnahmen, von Aufforstungen über die Errichtung von Hofzufahrten bis hin zu Maßnahmen zur Waldbrandprävention. 2025 wurden 134 Projekte für das ländliche Wegenetz in Südtirol gefördert.
Der stellvertretende Direktor der Agentur Landesdomäne Andreas Agreiter blickte auf 30 Jahre Waldarbeitskurse in der Forstschule Latermar zurück: Heuer werden landesweit rund 100 Kurse angeboten, mit etwa 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in 30 Jahren waren es über 10.000 Teilnehmende und 2100 Kurse. Die Waldarbeitskurse sind eine zentrale Säule der forstlichen Aus- und Weiterbildung und eine Investition in Arbeitssicherheit und Kompetenz.
“Innovation und die Lösung von Problemen” nannte der stellvertretende Direktor des Versuchszentrums Laimburg Walter Guerra als Schwerpunkte der Forschungseinrichtung, die im Vorjahr das 50-jährige Jubiläum gefeiert hat. Zwei Forschungsaktivitäten waren am Ort der Pressekonferenz zu sehen: der Anbau von Heidelbeeren als neue Chance für Südtiroler Betriebe zeigte sich an 10 von insgesamt 57 Sorten, die im Versuchszentrum Laimburg derzeit geprüft werden. In der biologischen Blutlausbekämpfung hat das Versuchszentrum Laimburg im Vorjahr ein dreijähriges Projekt mit dem Ziel begonnen mit dem Ziel der Entwicklung innovativer Methoden mit entomopathogenen Pilzen.
In Vertretung der sechs Fachschulen für Landwirtschaft und Hauswirtschaft mit rund 1000 Schülerinnen und Schülern verwies die Direktorin der Fachschule Dietenheim Gertraud Aschbacher auf die breite und gleichzeitig sehr spezifische Ausbildung, mit der die Jugend gut auf die Zukunft vorbereitet wird. Im Jahr 1925 war die Landes-Winterschule in den Ansitz Mair am Hof nach Dietenheim übersiedelt, die Fachschule Dietenheim beging demnach im Vorjahr ihr 100-jähriges Bestehen.
Thomas Zanon von der Fakultät für Agrar-, Umwelt- und Lebensmittelwissenschaften berichtete über die Forschungsaktivität an der Freien Universität Bozen und über die Forschungsschwerpunkte in den drei Makrobereichen Agrarwissenschaft, Analyse und Management von Bergökosystemen und Lebensmittelwissenschaft. Bestreben sei es, immer mehr in Richtung Praxis zu arbeiten. Davon zeugt etwa auch die Milchziegenhaltung, die Zukunft hat, aber gezielte Unterstützung, Forschung und Beratung benötigt. Durchschnittlich, erläuterte Zanon, gibt es 82 Milchziegen pro Betrieb und 357 Kilogramm Milch pro Ziege und Jahr.




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