Gewerkschaft will landesweiten Wohnpakt

ASGB fordert 500 Euro Miet-Starthilfe und Anreize für Vermieter

Montag, 26. Oktober 2026 | 16:42 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Der Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) fordert eine monatliche Miet-Starthilfe von 500 Euro für junge Arbeitnehmer. Die Förderung soll zwei Jahre lang gewährt werden und ohne Einkommens- und Vermögensprüfung über die EEVE auskommen.

In einem offenen Brief an die Landesregierung, den Landtag und die Gemeinden schlägt ASGB-Vorsitzender Tony Tschenett einen landesweiten Wohnpakt vor, der sowohl Mietern als auch privaten Vermietern zugutekommen soll.

Bis zu 12.000 Euro Unterstützung

Konkret soll die Miet-Starthilfe jungen Arbeitnehmern bis einschließlich 35 Jahre zugutekommen, die einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben und ihren Lebensmittelpunkt in Südtirol haben. Über zwei Jahre könnten sie damit insgesamt bis zu 12.000 Euro erhalten. Der ASGB will damit jungen Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit erleichtern und ihnen ermöglichen, sich trotz hoher Wohnkosten eine eigene Wohnung zu leisten.

Steuerliche Anreize für Vermieter

Gleichzeitig sollen private Wohnungseigentümer stärker dazu bewegt werden, ihre Wohnungen langfristig zu vermieten. Der ASGB fordert dafür finanzielle Ausgleichsleistungen in jenen Gemeinden, in denen die staatliche Steuerbegünstigung für bestimmte Mietverträge nicht gilt. Zudem soll die Gemeindeimmobiliensteuer (GIS) für Vermieter, die sich an den Wohnpakt halten und zu angemessenen Mietpreisen vermieten, auf höchstens 0,3 Prozent gesenkt werden.

Für bisher leerstehende Wohnungen, die wieder auf den langfristigen Mietmarkt kommen, sollen zusätzliche, zeitlich begrenzte Erleichterungen geprüft werden. Als Grundlage für faire Mietpreise sieht der ASGB die bestehenden Gebietsabkommen, die Mietzinsbandbreiten abhängig von Lage, Größe und Ausstattung einer Wohnung festlegen. Damit soll verhindert werden, dass die öffentliche Förderung durch höhere Mieten wieder aufgezehrt wird.

Garantiefonds soll endlich funktionieren

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Absicherung privater Vermieter. Der ASGB fordert, den bereits gesetzlich vorgesehenen, bislang aber nicht operativen Garantiefonds endlich funktionsfähig zu machen und mit dem Wohnpakt zu verbinden. Dieser soll bei geregelten Mietausfällen und nachgewiesenen Schäden Sicherheit bieten. Auch bei der Vertragsabwicklung und rechtlichen Problemen soll es Unterstützung geben.

Tschenett appelliert an die Landesregierung, gemeinsam mit den Gemeinden, Gewerkschaften, Hauseigentümervertretern und Mieterschutzorganisationen einen konkreten Wohnpakt auszuarbeiten und die notwendigen finanziellen Mittel bereitzustellen. Ziel sei es, mehr leistbaren Wohnraum zu schaffen, junge Fachkräfte in Südtirol zu halten und langfristige Vermietungen für Eigentümer attraktiver zu machen.

Bezirk: Bozen

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