"Studierendenwohnen muss Priorität haben"

Aus Studentenwohnungen werden Hotelbetten: Ärger bei Südtiroler HochschülerInnenschaft

Montag, 26. Oktober 2026 | 15:49 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Die Südtiroler HochschülerInnenschaft (sh.asus) betrachtet die Entwicklung rund um den Ferrari Tower in Bozen mit großer Sorge. “Während die Zahl der Studierenden an der Freien Universität Bozen und an weiteren Bildungseinrichtungen des Landes kontinuierlich steigt, werden nun weitere Hotelbetten geschaffen, obwohl der Standort ursprünglich als Studentenwohnheim vorgesehen war. Für Studierende waren diese Wohnungen aber schlicht zu teuer.”

“Gerade in einer Zeit, in der immer mehr junge Menschen nach Bozen kommen, um hier zu studieren, muss das Thema Wohnen endlich mit der notwendigen Ernsthaftigkeit behandelt werden“, betont die Südtiroler HochschülerInnenschaft. Bereits heute stünden viele Studierende vor enormen Herausforderungen bei der Wohnungssuche. “Hohe Mieten und ein begrenztes Angebot machen es zunehmend schwierig, in Bozen und darüber hinaus bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Studierende können keine Luxusmieten bezahlen. Wer sich für ein Studium entscheidet, darf nicht daran scheitern, dass die Wohnkosten einen Großteil des verfügbaren Budgets verschlingen. Wohnraum für Studierende muss deshalb so erschwinglich wie möglich gestaltet werden und darf nicht den Mechanismen eines ohnehin angespannten Immobilienmarktes überlassen werden.”

Die Südtiroler HochschülerInnenschaft sieht in der Umwandlung weiterer Flächen in Hotelkapazitäten ein falsches Signal. “Statt zusätzliche Betten für den Tourismus zu schaffen, braucht es konkrete und rasche Maßnahmen für jungen Menschen, die in der Stadt leben, studieren und einen Beitrag zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung Südtirols leisten.”

„Wenn Bozen auch in Zukunft ein attraktiver Studienstandort bleiben soll, müssen schnelle und effiziente Lösungen geschaffen werden. Bezahlbares Wohnen ist keine Randfrage, sondern eine zentrale Voraussetzung für Chancengleichheit und den Zugang zu Bildung“, so die sh.asus.

Die Südtiroler HochschülerInnenschaft fordert die politischen Entscheidungsträger daher auf, dem studentischen Wohnen deutlich mehr Priorität einzuräumen, vorhandene Potenziale konsequent für die Schaffung von leistbarem Wohnraum zu nutzen und innovativen Lösungsansätzen wie dem generationsübergreifenden Wohnen eine Chance zu geben. „Unser Ziel ist klar: Wohnraum für alle zu erschwinglichen Preisen. Nur so kann Bozen auch künftig eine junge, lebendige und studierendenfreundliche Stadt bleiben”, so die Südtiroler HochschülerInnenschaft abschließend.

Bezirk: Bozen

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