Luftwaffenstützpunkt Fairford von USA für Angriffe auf Iran genutzt

Befragungen nach Vorfall bei britischer Militärbasis

Montag, 28. September 2026 | 11:45 Uhr

Von: importer

Die britische Anti-Terror-Polizei hat am Montag fünf Männer wegen des Verdachts auf Sprengstoff- und Terrorismusdelikte befragt, nachdem sie in der Nähe eines Luftwaffenstützpunkts festgenommen worden waren. Dieser wurde von den USA für Angriffe auf den Iran genutzt. Verteidigungsminister Wes Streeting erklärte am Montag unterdessen, es sei “sehr unklug”, über die Motive einer laufenden Ermittlung zu spekulieren. Vermutet wird eine Verwicklung des Iran.

Die Polizei hatte die fünf Männer am Sonntag in der Früh festgenommen, nachdem sie einen Hinweis erhalten hatte, dass drei große weiße Transporter auf dem Weg zum Militärflugplatz der Royal Air Force (RAF) Fairford im Westen Englands gesichtet worden waren. Eine örtliche Landwirtin gab an, sie habe die Polizei alarmiert, nachdem sie eine Gruppe von “verhüllten und maskierten Männern” gesehen habe, die in die Felder rannten.

Ermittlung in Richtung Iran

US-Präsident Donald Trump erklärte, die Verdächtigen hätten “großen Schaden” anrichten wollen und seien bereits Gegenstand von Ermittlungen britischer und US-amerikanischer Behörden gewesen. Die Festnahme sei großartig gewesen, sagte Trump vor Reportern in Chicago. Auf die Frage, ob es eine Verbindung zum Iran gebe, erklärte er: “Sie werden sehr bald davon hören.”

Britische Ermittler hielten sich vorerst ebenfalls bedeckt. Eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle sagte jedoch, ein mit dem Iran in Verbindung stehendes Motiv werde als am wahrscheinlichsten angesehen. Auch eine russische Sabotageaktion oder ein islamistischer Komplott würden als Möglichkeiten geprüft.

Verteidigungsminister Streeting erklärte am Montag gegenüber BBC News, er wolle keine Spekulationen über die Motive einer laufenden Ermittlung anstellen. Zu der allgemeinen Bedrohung durch den Iran fügte er jedoch hinzu: “Wir wissen, dass der Iran und seine Stellvertreter uns Schaden zufügen wollen. Wir wissen, dass sie unsere Demokratie hassen, und wir wissen, dass wir regelmäßig iranische Versuche vereiteln müssen, entweder unsere Interessen oder gar unsere Verbündeten zu bedrohen.”

Der britische Premierminister Andy Burnham nannte den Vorfall bei Fairford “zutiefst beunruhigend” und sagte, seine Regierung werde “stets alle notwendigen Schritte unternehmen”, um die Menschen zu schützen.

Warnungen der Revolutionsgarden

Im Mai verhängte Großbritannien Sanktionen gegen zwölf mit dem Iran verbundene Personen und Organisationen. London warf ihnen vor, an feindlichen Aktivitäten beteiligt zu sein, darunter die Planung von Anschlägen und die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen für Gruppen, die darauf abzielen, Großbritannien und andere Länder zu destabilisieren. Der Iran hat dagegen wiederholt jede Beteiligung an Anschlägen oder Verschwörungen in Großbritannien und anderswo bestritten.

Die britische Regierung hatte den USA die Genehmigung erteilt, von Fairford aus stationierte Bomber einzusetzen. Das Ziel waren iranische Raketenstellungen, von denen aus Schiffe in der Straße von Hormuz angegriffen wurden. Die iranischen Revolutionsgarden hatten Großbritannien im Juli gewarnt, US-Bomber nicht von Fairford aus fliegen zu lassen. Sie erklärten, jeder Stützpunkt, der zur Durchführung von Angriffen genutzt werde, sei ein legitimes Ziel.

In Fairford hat die Polizei eine 400 Meter breite Sperrzone um den Stützpunkt eingerichtet und Bewohner aus 85 Häusern evakuiert. Auch an anderen US-Stützpunkten in Großbritannien wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

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