Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Bei einem Treffen am Nachmittag des 6. August im Palais Widmann hat sich die Landesregierung mit den Vertretern des Unternehmens Valbruna über die Inhalte des neu abzuschließenden Konzessionsvertrages für die Nutzung des Areals der Stahlwerke in Bozen geeinigt.
Die neue Konzession wird eine Laufzeit von 30 Jahren haben und wird auf Antrag des Unternehmens um weitere 30 Jahre verlängert. Voraussetzung dafür ist die nachweisliche Einhaltung der im Konzessionsvertrag festgelegten Auflagen, insbesondere betrifft dies die Beibehaltung des Beschäftigungsniveaus und die Fortführung der Stahlproduktion, welche vom zuständigen Ministerium als „Produktion von strategischem nationalen Interesse” eingestuft worden ist.

Bei dem Treffen wurde dem Unternehmen der von den zuständigen Landesämtern errechnete Schätzwert des Industrieareals vorgelegt. Die daraus resultierende jährliche Konzessionsgebühr wurde vom Unternehmen akzeptiert. Bei der Festlegung der Gebühr wurde berücksichtigt, dass das Unternehmen auch sämtliche Kosten für die notwendigen außerordentlichen Instandhaltungsarbeiten selbst trägt. Die zu entrichtende Gebühr unterliegt außerdem einer jährlichen Inflationsaufwertung.
Landeshauptmann Arno Kompatscher, der für die Industrieproduktion zuständige Landesrat Marco Galateo und Vermögenslandesrat Christian Bianchi äußerten ihre Genugtuung darüber, dass mit dem neuen Konzessionsvertrag das Eigentum des betreffenden Industrieareals in Landeshand bleibt und gleichzeitig strategische Industrieproduktion und Beschäftigung gesichert werden. Ausdrückliche Anerkennung fand die gute Zusammenarbeit mit dem Minister für Unternehmen und „Made in Italy” Adolfo Urso, dessen Ministerium bei der Ausarbeitung der Lösungsansätze beratend zur Seite stand. Ein Treffen mit den Vertretern der Gewerkschaftsorganisationen zur Erläuterung der Inhalte der erzielten Einigung ist vorgesehen.
Nun folgt die detaillierte Verschriftlichung des Konzessionsvertrages und dessen verwaltungsrechtliche Genehmigung durch die Landesregierung. Die formelle Unterschrift sollte wunschgemäß bereits vor Ablauf der für die Abwicklung der Vergabeprozeduren eingeräumten Konzessionsverlängerung erfolgen.
Unternehmerverband: “Strategische Rolle der Industrie anerkannt”
Der Unternehmerverband Südtirol zeigt sich mit dem Ausgang der Verhandlungen zur Nutzung des Areals der Stahlwerke zwischen dem Land Südtirol und den Eigentümern der Valbruna AG zufrieden.
„Südtirol kann es sich nicht leisten, auf seine Industrieunternehmen zu verzichten. Das produzierende Gewerbe schafft rund ein Viertel des BIP des Landes, garantiert sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze und trägt mit seinem Steueraufkommen wesentlich dazu bei, Welfare und öffentliche Leistungen zu finanzieren“, unterstreicht der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Alexander Rieper.
Ohne eine Bewertung des Abkommens vorzunehmen, erkennt der Unternehmerverband Südtirol den Einsatz aller Beteiligten an – die Unternehmenseigentümer, das Ministerium für Unternehmen und Made in Italy, das Land Südtirol in Person von Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landeshauptmannstellvertreter und Industrie-Landesrat Marco Galateo sowie Vermögens-Landesrat Christian Bianchi – um eine Lösung zu erzielen, die den Fortbestand des Produktionswerks und der Arbeitsplätze in Bozen garantiert.
Das erzielte Abkommen soll nun Ausgangspunkt für eine umfassende strategische Überlegung zur Zukunft der Industrie und ihre Rolle für die Entwicklung Südtirols sein. „Wir hoffen, dass das in diesen Wochen gewachsene Bewusstsein für die strategische Bedeutung der Industrie in einer langfristigen Vision mündet. In ganz Europa ist derzeit ein Prozess der Reindustrialisierung im Gange, und auf globaler Ebene herrscht ein Wettbewerb um industrielle Investitionen, die strategische Produktionen, Arbeitsplätze und Wohlfahrt sichern. Vor diesem Hintergrund müssen wir auch in Südtirol wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen garantieren, um bestehende Unternehmen zu halten und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten sowie gleichzeitig die Ansiedelung neuer innovativer Betriebe zu fördern“, so Rieper abschließend.




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