Der Westminster-Palast, Sitz des britischen Parlaments

Erste Sitzung des neuen Unterhauses in London

Dienstag, 09. Juli 2024 | 17:46 Uhr

Von: APA/dpa

Das britische Unterhaus ist am Dienstag erstmals seit der Wahl in der vergangenen Woche in seiner neuen Zusammensetzung zusammengekommen. Lindsay Hoyle wurde erneut zum Parlamentspräsidenten (“Speaker of the House of Commons”) gewählt. Die Labour Party hatte am Donnerstag einen überragenden Sieg errungen und nimmt nun 411 der 650 Sitze ein. Die bisher regierenden Konservativen sind mit 121 Mandaten größte Oppositionspartei.

Bei der Sitzung traten erstmals Premierminister und Labour-Chef Keir Starmer sowie der Chef der Konservativen, Ex-Premier Rishi Sunak, in ihren neuen Rollen auf. Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage von der rechtspopulistischen Partei “Reform UK” hielt seine erste Rede, nachdem er bei der Wahl im achten Anlauf ein Mandat im Unterhaus errungen hatte.

Hoyle, der einstimmig wiedergewählt wurde, war 2019 dem für seine energischen “Order, Order”-Rufe bekannt gewordenen John Bercow in dem Amt nachgefolgt. Ursprünglich wurde Hoyle als Labour-Abgeordneter ins Parlament gewählt, ist aber in der Rolle als Sprecher der Unparteilichkeit verpflichtet. “Es war bisher ein absolutes Privileg, dieser Kammer als 158. Speaker zu dienen”, sagte der 67-Jährige, als er die Wahl akzeptierte.

Der Parlamentspräsident hat eine zentrale Rolle im Unterhaus inne. Er übt das Hausrecht aus, erteilt und entzieht Abgeordneten das Wort, entscheidet über die Zulässigkeit von Anträgen und vertritt die Kammer unter anderem gegenüber dem König und der zweiten Kammer, dem Oberhaus (House of Lords).

Hoyle gilt als ausgesprochen tierlieb. Seinen zahlreichen Haustieren gibt er gerne die Vornamen früherer Regierungschefs. So hat er einen Papagei namens Boris (nach Boris Johnson), eine Schildkröte mit dem Namen Maggie (nach Margaret Thatcher) und einen Kater namens Attlee (nach Clement Attlee).

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