Ablehnung für Team-K-Vorschlag

Eventstrategie abgelehnt: “Land lässt Ehrenamt und Veranstaltungen im Stich”

Donnerstag, 16. April 2026 | 12:26 Uhr

Von: luk

Bozen – “Reschenseelauf, Dolomiti Superbike, Filmfestival Dolomitale und viele kleinere Feste sind Warnsignale die Politik schaut weg.” Mit großer Enttäuschung reagiert der Einbringer Alex Ploner (Team K) des Antrages zur Einführung einer landesweiten Eventstrategie samt Beobachtungsstelle auf die heutige Ablehnung durch die politische Mehrheit. Mit diesem Nein vertue die Landesregierung eine historische Chance, dem schleichenden, aber längst spürbaren Veranstaltungssterben in Südtirol entschlossen entgegenzutreten.

„Wir reden hier nicht von hypothetischen Risiken, sondern von belegbaren Verlusten. Mit dem Reschenseelauf und dem Dolomiti Superbike sind in den vergangenen Jahren zwei international etablierte Sportgroßveranstaltungen verschwunden, die über Jahrzehnte Aushängeschilder für unser Land waren, sportlich, touristisch und identitätsstiftend. Beide mussten aufgeben, weil die Belastung durch Bürokratie, Kostensteigerungen, Sicherheitsauflagen und der Mangel an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern schlicht nicht mehr tragbar war“, bringt Alex Ploner, selbst langjähriger Eventdienstleister, die Situation auf den Punkt.

Doch das Problem reiche weit über diese prominenten Beispiele hinaus. Was kaum jemand sehe, ist das stille Sterben im Kleinen. “Zahlreiche Dorffeste, Musik‑ und Feuerwehrfeste, Lauf‑ und Radveranstaltungen, kulturelle Veranstaltungen werden Jahr für Jahr verkleinert, pausiert oder ganz eingestellt. Nicht, weil es an Ideen oder Engagement fehlt, sondern weil die Verantwortlichen nicht mehr können, organisatorisch, finanziell und menschlich.”

“Gerade das Ehrenamt steht massiv unter Druck. Die gleichen Personen tragen seit Jahren die Hauptlast, investieren unzählige Arbeitsstunden neben Beruf und Familie, übernehmen persönliche Haftungsrisiken und legen oft privates Geld vor. Mit der heutigen Ablehnung lässt man genau diese Menschen im Regen stehen. Das Veranstaltungssterben in Südtirol wird so nicht aufgehalten, sondern weiter beschleunigt”, ist Alex Ploner überzeugt.

Besonders schwer wiegt für das Team K das politische Signal, das von der Landesregierung ausgeht. Zwar hatte der zuständige Landesrat Marco Galateo angeboten, den Antrag auszusetzen und gemeinsam an einem beschließenden Punkt zu arbeiten, dieses Angebot lehnte Alex Ploner bewusst ab.

„Ich habe diesen Antrag bereits vor eineinhalb Jahren eingebracht. Es gab ausreichend Zeit, miteinander zu reden und gemeinsam zu arbeiten. Ich hätte selbstverständlich meine Zeit, Erfahrung und Netzwerk eingebracht.  Diese Zusammenarbeit hat nicht stattgefunden. Heute so zu tun, als hätte man plötzlich Interesse daran, ist schlicht unglaubwürdig. Die Ablehnung zeigt eine erschreckende Visionslosigkeit der Landesregierung. Man unterschätzt völlig, wie wichtig heute eine klare, datenbasierte und langfristige Eventstrategie wäre, nicht nur für den Tourismus, sondern für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für die kulturelle Vielfalt und für die Zukunft des Ehrenamtes. Statt Verantwortung zu übernehmen, betreibt man das bekannte politische Spiel der Ablehnung. Und dieses Spiel wird auf dem Rücken jener ausgetragen, die unsere Veranstaltungen verantworten und dafür Zeit, Geld und oft sogar Haus und Hof riskieren.Das heutige Nein ist nicht nur eine verpasste Chance, es ist ein fatales Signal an all jene, die unser Land mit Engagement, Kreativität und Idealismus lebendig halten.“ so Alex Ploner abschließend.

Bezirk: Bozen

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