Grüner Antrag angenommen

Faschistische Monumente in Südtirol: Ab sofort Teil des europäischen ATRIUM-Netzwerks 

Mittwoch, 22. Juli 2026 | 16:29 Uhr

Von: mk

Bozen – Der Südtiroler Landtag hat heute im Rahmen der Debatte über den Nachtragshaushalt einen Antrag der Grünen Fraktion angenommen, mit dem die Landesregierung beauftragt wird, den Beitritt Südtirols zum europäischen Kulturnetzwerk ATRIUM einzuleiten. Ziel ist es, das vom Faschismus hinterlassene architektonische Erbe bewusst und gemeinsam zu bewahren und als Instrument für Erinnerung und Wissen zu nutzen.

Die Debatte über den Umgang mit den Hinterlassenschaften der faschistischen Ära ist nach dem Teileinsturz des Bozner Gerichtsgebäudes von aktueller Brisanz. Für die Grüne Fraktion zeigen gerade diese Ereignisse, wie wichtig es ist, ideologische Gegensätze zu überwinden und das Thema mit einem historischen und kulturellen Ansatz anzugehen.

„Diese Gebäude erzählen eine schwierige Geschichte. Es reicht nicht, jedes Mal zu polemisieren, wenn eines dieser Bauwerke wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Stattdessen müssen wir erklären, historisch einordnen und Erinnerung ermöglichen. Nur so können diese Orte zu Orten des Wissens und nicht der Verherrlichung werden“, erklärt Brigitte Foppa, Erstunterzeichnerin des Beschlussantrags.

Das Netzwerk ATRIUM vereint Städte und Regionen Europas, die durch Gebäude und öffentliche Räume verbunden sind, die während der totalitären Regime des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis der historischen und kulturellen Identität zu fördern und die Bedeutung des architektonischen Erbes des 20. Jahrhunderts sowie dessen komplexes, widersprüchliches und mitunter unbequemes Verhältnis zu bestimmten Epochen der europäischen Geschichte anzuerkennen.

Für die Grüne Fraktion ist die Auseinandersetzung mit dem architektonischen Erbe des Faschismus auf wissenschaftlicher und kultureller Grundlage ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des demokratischen Bewusstseins der Gesellschaft.

„Die Spuren der Diktaturen ziehen sich durch ganz Europa. Sie anzuerkennen, zu verstehen und historisch einzuordnen hilft uns, unsere eigene Geschichte und die Geschichte anderer besser zu begreifen, damit sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen“, erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler abschließend.

Bezirk: Bozen

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